Beiträge von Sumpfmantis

    Hallo...
    Jede Art unterlag in ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung den Selektionsfaktoren ihres Lebensraumes. Das heißt, es überleben nur die Tiere, die unter den jeweils vorliegenden Bedingungen zurechtkommen und sich fortpflanzen können.
    Ändern sich die Umweltbedingungen, verändern sich gleichzeitig Selektionsfaktoren. Somit überleben innerhalb einer Population nur die Tiere, die bereits eine Anpassung besitzen. Dabei handelt es sich um Träger genetischer Variationen des Erbgutes, welche durch Zufall in jeder Population auftreten können. Existieren in einer Population keine Tiere, welche mit den veränderten Werten „zurechtkommen“, stirbt die Art in diesem Gebiet aus. Anders betrachtet erklärt dies auch, weshalb sich Arten nicht beliebig ausbreiten und in allen „Lebensräumen“ vorkommen. Deshalb findet man in unterschiedlichen Gebieten nun mal auch unterschiedliche Lebensgemeinschaften.
    Gottesanbeterinnen können nur in einem geringen Maß ihre Körpertemperatur beeinflussen, sie ist weitestgehend von der jeweiligen Umgebungstemperatur des Tieres abhängig, was man landläufig auch als wechselwarm bezeichnet. Sie können sich an von der Sonne beschienenen Plätzen aufheizen und im Schatten die Temperatur senken, das war`s aber dann auch. Bei Arten mit einem großen Verbreitungsgebiet können die Temperaturen der unterschiedlichen Gegenden in einem gewissen Maß variieren, was bedeutet, dass die verschiedenen Populationen an die jeweils vorliegenden Werte angepasst sind oder aber alle Tiere dieser Art in einem weiteren Spektrum bezüglich der Temperatur „funktionieren“. Ist letzteres nicht der Fall, unterscheiden sich die verschiedenen Tiere in dem, was sie vertragen. Somit wären die Vertreter dieser verschiedenen Vorkommen bzw. Populationen nicht in ihrer genetischen Ausstattung identisch. Arten, die nur in einem bestimmten Lebensraum vorkommen, in dem während des Jahres die Temperatur nur in einem geringen Maß variiert, besitzen unter Umständen keine Anpassung an abweichende Werte. Was bedeutet das?
    In jedem Tier laufen unzählige biochemische Reaktionen ab, was man auch als Stoffwechsel bezeichnen kann. An diesen Reaktionen sind Enzyme beteiligt, die sie regeln. Ein Enzym macht mit einem bestimmten Stoff eine bestimmte Sache und das, was entsteht, wird durch ein anderes Enzym weiterverarbeitet. Diese Enzyme arbeiten bei einer bestimmten Temperatur am besten, bei zunehmend abweichenden Werten schlechter. Die Reaktionsgeschwindigkeit kann sich bei einem Unterschied von 10 °C um das zwei- bzw. vielfache steigern oder vermindern.
    Dabei spielt der Aufbau eines Enzyms eine wesentliche Rolle, der seinerseits durch Gene geregelt ist. Durch Mutationen, also erbliche Veränderungen im Erbgut, die zufällig auftreten, können Enzyme verändert werden, so dass Variationen entstehen, die bei etwas anderen Bedingungen besser oder „anders“ funktionieren als die ursprünglichen. Durch Mutationen können aber auch Varianten entstehen, die sich von der Ursprungsform nicht unterscheiden oder die schlechter funktionieren, ihre Träger sind dann unter Umständen nicht fähig zu überleben oder pflanzen sich in einem geringeren Maß fort als Artgenossen. Die Umweltbedingungen wirken sich dabei darauf aus, welche „Genausstattung“ vorteilhaft ist oder nicht. Somit erklärt sich teilweise, welches Tier es schafft für mehr Nachkommen zu sorgen als seine Verwandten und somit die eigenen Genausführungen in die nächste Generation zu bringen. Bestimmte Genausführungen sind somit in einer Population häufiger als andere. Welche das sind, steht in Zusammenhang mit den Umweltfaktoren.
    Wenn man nun eine Art halten möchte, sollte man möglichst die Temperaturen und anderen relevanten Umweltbedingungen des eigentlichen Lebensraumes bieten, weil der Stoffwechsel der Tiere in der Regel nur unter diesen im Optimum läuft, daran sind sie schließlich genetisch angepasst. Je mehr man davon abweicht, desto mehr Probleme können auftreten. Verändert man beispielsweise den Stoffwechsel des Tieres über die Temperatur, können je nach Entwicklungsstadium Störungen im Wachstum, der Häutung, der Fortpflanzung oder der Entwicklung der Eier auftreten. Dabei erhöht man die Wahrscheinlichkeit möglicher Probleme, je weiter man von den natürlichen, relevanten Umweltbedingungen abweicht. Arten, die in der Haltung bzw. Zucht als "schwierig" bezeichnet werden, vertragen meist nur geringe Schwankungen bestimmter Faktoren. Da viele Halter über relativ wenige biologische Kenntnisse verfügen, werden solche Tiere dann meist auch nur von wenigen erfolgreich gezüchtet, weil haltungsbedingte Probleme nicht rechtzeitig erkannt oder falsch gedeutet werden.
    Nun stellt sich die Frage, was denn relevant in der Haltung wäre. Die Temperatur ist es. Welchen Bodengrund man in der Haltung verwendet, würde nur dann eine Rolle spielen, wenn er in irgendeiner Weise Einfluss auf das Tier ausüben würde…
    Natürlich kann es sein, dass ein Tier unter Bedingungen überlebt, die von den natürlichen Begebenheiten abweichen, allerdings erhöht man bei „falscher Haltung“ auch die Wahrscheinlichkeit, dass etwas in die Hose geht. Betroffen ist davon dann in erster Linie das Tier und erst an zweiter Stelle der Geldbeutel der Halter.
    Das ist jetzt alles sehr vereinfacht oder vielen vielleicht zu schwammig ausgedrückt und wer sich mit der Materie auskennt, denkt sich nun vielleicht seinen Teil. Es soll auch nur zeigen, dass es eine Vielzahl an Punkten gibt, die zusammenhängen, will man sich mit gewissen Fragestellungen ernsthaft beschäftigen. Wen das wirklich interessiert, muss sich entsprechend einlesen.
    Grüße

    Ich verstehe nicht so richtig, wer jetzt subadult sein soll, Gottesanbeterin und Heuschrecke? Dann wären Deine Futtertiere zu groß. Verfütter gerade bei Männchen am besten keine "wehrhaften" Beutetiere, die mehr als halb so groß wie Deine Phyllocrania sind. Heuschrecken und Grillen sind wehrhaft, Fliegen nicht...
    Wie kann ein Thermometer noch nicht richtig funktionieren? Hast Du es gerade erst ins Becken und es zeigt noch nicht den endgültigen Wert an?
    Ein Ratschlag, der nicht böse gemeint ist: Wenn Du vernünftige Antworten bekommen willst und keine Zeit verschwenden, um zig Beiträge zu schreiben, bis endlich Deine Fragen beantwortet werden, dann nimm Dir beim Schreiben Zeit und formuliere Deine Sätze so, dass wir wissen, wovon Du sprichst. Du könntest ja auch in Word Deinen Text verfassen und mit dem Rechtschreibprogramm mal überprüfen, ob alles ungefähr passt. Dann den Text kopieren, hier einfügen und absenden. Das würde Dir helfen und uns. Nicht übelnehmen,
    Grüße

    Hi
    Mein Phyllocrania paradoxa Männchen verhält sich sehr seltsamm es versucht die ganze zeit an meinem Finger zu knabern und es klettert auf den Boden und frisst Sand :shock: ist das normal, denn ich mach mir grad sehr sorgen, da ich nicht will das schon wieder ein Tier bei mir Stirbt, Bitte um schnelle Antworten.


    Hallo Max,
    wieso kann das Tier denn "die ganze Zeit" an Deinem Finger knabbern? Lass es einfach mal in seinem Terrarium. Futter ist vorhanden? In passender Größe? Sprüh mal ein wenig Wasser in die Nähe des Tieres und beobachte, ob es zielstrebig zu den Tropfen geht und trinkt. Dass es Sand frisst, wäre nicht normal, glaub ich auch nicht. Falls Du aber den Boden befeuchtet hast, könnte es so aussehen. Schreib doch mal, unter welchen Bedingungen Du sie hältst. Falls Du das bereits in einem anderen Beitrag gemacht hast, verlink das bitte.
    Grüße

    Hallo,
    durch ein generelles Haltungsverbot würden sich ein paar schwerwiegende Probleme ergeben, die manchen Leuten scheinbar noch immer nicht klar sind. Weltweit werden durch den Menschen die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Wälder werden abgeholzt, Feuchtgebiete trocken gelegt, Flüsse schiffbar gemacht, Stauseen angelegt, neue Verkehrswege trennen Populationen und diese Liste könnte man noch um einiges erweitern. All diese Dinge haben aber eines gemeinsam, die Veränderungen verlaufen viel zu schnell und gravierend, als dass der Großteil der Arten eine Überlebenschance hätte. Fragt man Leute mit wenig Kenntnissen von der Biologie, was sie glauben, was die Tiere machen, wenn man ihnen beispielsweise ihren Wald abholzt, bekommt man nicht selten Antworten zu hören, wie „na die gehen in den Wald nebenan“ oder „die passen sich den neuen Bedingungen an“. Dem ist eben nicht so. Wenn in erreichbarer Nähe überhaupt noch ein passender Lebensraum vorhanden ist, ist dort der “Platz“ bereits von anderen Vertretern der Art besetzt. Nein, die Tiere stapeln sich dann nicht in den verbliebenen Gebieten, sondern es werden einfach weniger ihrer Art. Wenn Vertreter einer Spezies mit den neuen Bedingungen bzw. Umweltparametern in einem durch den Menschen veränderten Gebiet nicht zurecht kommen, sterben sie dort einfach aus. Wäre dem nicht so, hätten wir das bestehende Problem des Artensterbens ja gar nicht.
    Jetzt kann man sagen, blöd gelaufen, Pech gehabt, auch in der Vergangenheit sind Arten ausgestorben. Oder man findet sich damit eben nicht ab. Wenn die Bevölkerung eines Landes endlich erkennt, dass man nicht nur ausbeuten kann, sondern auch bewahren muss, sollte noch etwas vorhanden sein, was man überhaupt zu schützen vermag. Dass dies funktionieren kann, zeigen Beispiele wie Bison, Wisent, Bieber, Edelkrebs und viele andere. Auch sie starben in weiten Bereichen ihres Verbreitungsgebietes aus, nehmen inzwischen aber wieder durch Schutz-, Nachzuchtprogramme und Wiederansiedlung in ihrer Zahl zu. Besonders gefährdet sind endemische Arten oder Populationen, die nur in einem eng begrenzten Gebiet vorkommen, so dass sie in ihrem Bestand durch Veränderungen besonders stark betroffen sind.
    Wer aber sorgt nun für die Erhaltung von den betroffenen Arten? Woher weiß man, welche Bedingungen ein Lebensraum bieten muss, damit dort eine betroffene Art überleben kann? Wie finanziert wann den gewaltigen Platzbedarf und Personalaufwand… und wer tut dies?
    Alle zoologischen Gärten, Schutzstationen und Institute der Welt haben zusammen nicht ansatzweise genügend Kapazitäten, um möglichst viele Arten in möglichst hoher Stückzahl zu bewahren. Universitäten scheiden zum Großteil inzwischen ohnehin aus, weil sich das allgemeine Interesse in der Biologie mittlerweile in den molekularen Bereich verlagert hat und dafür nur wenige Modellorganismen gezüchtet werden… und Obstfliegen sind nun wirklich nicht vom Aussterben bedroht…
    Aber Privatpersonen stellen ein gewaltiges Potential dar. Wenn man überlegt, was viele Leute bereit sind, für ihr „Hobby“ zu tun, wäre man dämlich, diese Kapazitäten nicht zu nutzen. Viele Erkenntnisse in der Biologie stammen von Tierhaltern, die mit viel Geduld und Beobachtungsgabe erfolgreich die verschiedensten Arten züchten. Ohne diese Erkenntnisse wäre bis zum heutigen Tag nichts über die Ansprüche vieler Spezies an ihren Lebensraum bekannt.
    Allerdings stößt man dabei auf neue Probleme, die mitunter ja die Ursache für die Forderung nach einem Verbot der Tierhaltung darstellen oder als Begründung für diese Forderung dienen. Zu viele Leute legen sich ein Tier zu, ohne sich vorher zu informieren, was in der Folge an Kosten und Pflichten auf sie zukommt. Zu viele Leute lassen sich zu einem „Spontankauf“ hinreißen und versuchen die Tiere wieder loszuwerden, sobald sie die Lust verlieren. Schlimm ist dann, wenn eben solche Figuren sich anschließend das nächste Tier zulegen und sich alles wiederholt. Wie oft haben viele Leute überhaupt keine Ahnung von den Bedürfnissen der Tiere, die bei ihnen zuhause sitzen? Wie oft werden Tiere bei Nichtgefallen entsorgt? Solange die Zahl solcher Vollpfosten nicht abnimmt – und das war jetzt nett ausgedrückt - , wird es immer Gründe geben, die für eine Beschränkung der Tierhaltung sprechen und das zu Recht!
    Da aber ein generelles Haltungsverbot einen riesigen Schaden anrichten würde, kann ich nicht dafür sein. Allerdings werde ich nun wohl wieder anfangen müssen, mich bei besagten „Vollpfosten“ auf meine Art zu bedanken. Denn wer zu faul ist, seinen Tieren die notwendigen Bedingungen zu bieten oder dies aus anderen Gründen nicht kann, soll eine Haltung einfach lassen! Denn genau das sind die Leute, die der Sache schaden! Es mag mühselig sein sich einzulesen und zu lernen, aber wenn das schon zu viel sein sollte, ist man schlichtweg für eine Tierhaltung ungeeignet.
    Viele Grüße

    Morgen Patrick,
    Du kannst ja nochmal die Angaben zum Lichtspektrum auf den Packungen vergleichen, wenn ich mich recht erinnere, bringt die 5.0 mehr im roten und blauen Bereich. Je nachdem, wie viel Tageslicht bei Dir ins Becken fällt, kann dann eine Lampe für die Orchideen und Bromelien reichen. Andernfalls musste eventuell aufstocken.
    Grüße

    Abend Patrick,
    bezüglich der Lampe würd ich die ReptiGlo 5.0 (26 W) nehmen oder Röhren mit passendem Spektrum, nicht wegen dem Tier, sondern wegen der Pflanzen, falls Du die Lampe im Becken verbaust und nicht genügend Tageslicht ins Terrarium fällt. Fehlt letzteres, müssen die Orchideen recht nah an die Lampe ran, sollen sie auf Dauer halten. Soll die Lampe außerhalb des Beckens angebracht werden, können 26 W zu wenig sein. Im Becken verbaut, schaffen die ReptiGlos in ihrer nähreren Umgebung ca. 30 °C, wenn Dein Raum nicht allzu kühl ist, hast Du dann im Terrarium in weiten Bereichen die nötigen 27 - 28 °C.
    Aber durch das Grünzeug und den feuchten Bodengrund geht die Luftfeuchtigkeit im Becken ordentlich nach oben, wenn die Lüftung zu mager ausfällt, kanns Probleme mit dem Tier geben. Hab ebenfalls bepflanzte Terrarien und in der Vergangenheit mein Lehrgeld wegen Mißachtung dieser Punkte zahlen müssen.
    Viele Grüße

    Erstmal ein Danke, dass Ihr die Sache ausprobiert. Es wäre klasse, wenn Ihr noch ein wenig damit weitermachen könntet.
    Mir ist wiederholt bei verschiedenen Arten der Gattung Sphodromantis etwas aufgefallen, was ich gerne von anderer Seite ebenfalls beobachtet hätte, bevor ich mehr dazu schreibe.
    Viele Grüße

    Abend,
    nachdem einige unter Euch Sphodromantis halten, hätte ich eine Frage… Könntet Ihr in erreichbarer Nähe der Tiere ein wenig Honig schmieren und beobachten, was passiert? Mich würde interessieren, wie Eure Tiere darauf reagieren.
    Viele Grüße

    Abend,
    so wie es aussieht Metallyticus bis zur L6, ansonsten muss ich abwarten, was bis dahin schlüpft und überzählig wär. Momentan wart ich auf`s Schlüpfen bei Idolomantis, Acanthops, Hestiasula, Sphodromantis, Pseudocreobotra und Acontista, eventuell schlüpft auch noch Blepharopsis rechtzeitig. Deroplatys wird bis dahin nichts, aber zumindest Deroplatys lobata wurde in Fürth ja jedesmal in rauhen Mengen angeboten. Was Sören und Tobi mitbringen, weiß ich noch nicht.
    Viele Grüße

    Moin,
    Sören, Tobi und meinereiner werden auch unsere Zuchten entrümpeln. Aranja und Dani sind wahrscheinlich mit Fossilien am Start. So wie es aussieht, haben die zwei nicht nur Dekomaterial für Terrarien dabei, sondern auch einiges an versteinerten Insekten, Krebsen und Fischen, bin mal gespannt. Wird diesmal scheinbar eine ziemlich wilde Mischung...
    Kommen irgendwelche Käferzüchter? Die hab ich in den letzten Jahren wirklich vermisst...
    Viele Grüße