Moin,...
wozu muß jemand zu hause eine Klapperschlange, eine Krustenechse oder einen hochgiftigen Scorpion
halten, da geht´s doch wohl hauptsächlich um den Nervenkitzel und Angeberei.
Scher' bitte nicht alle über einen Kamm ;).
Ich kenne einige Giftschlangenhalter, die solche Arten halten (und zT vermehren) aus der puren Faszination über diese Tiere. Angeberei oder Adrenalinsucht erwartet man bei diesen Leuten vergebens, im Gegenteil gehen sie sehr resolut und sicher mit den Tieren um - und erfahren, DASS sie die überhaupt haben, tut man höchstens weil an den Terrarien "Vorsicht, Giftig!"-Schildchen kleben, oder sie in entsprechenden Foren angemeldet sind.
Es gibt, davon abgesehen, auch Arten die schon rein optisch so verdammt schön sind, dass sogar ich schon damit geliebäugelt habe, mir so ein Tier zu holen. Und zwar sicher nicht, weil ich damit angeben will oder Ähnliches.
Aaaaber zurück zum eigentlichen Thema.
Was ich hier langsam aber sicher kommen sehe, ist eine generelle Meldepflicht. Und dagegen hätte ich persönlich nichts einzuwenden.
Bei unseren Landesnachbarn in Österreich ist das ohnehin schon längst fest eingeführt, und dort muss ALLES gemeldet werden, vollkommen unabhängig von der Art oder Gefährlichkeit - sei es nun Bartagame oder Baumwaran, Kornnatter oder schwarze Mamba... Und dort funktioniert das auch Alles tadellos.
In dem von Carmen verlinkten Artikel lese ich schon ein fast versöhnliches "mit Genehmigung und Sachkunde ist es weiterhin erlaubt (potentiell gefährliche Gift-)Tiere zu halten" heraus. Überhaupt beziehen sich beide Artikel erst einmal nur auf Hamburg, und ebenso (vorerst) nur auf Gifttiere. Dass eine bundeseinheitliche Regelung hinterher kommt ist bestimmt keine Frage, mehr ein "wann" als ein "ob". Wie das dann genauer geregelt und durchgesetzt wird, ist sicherlich eine andere Sache. Besonders auffällig waren für mich allerdings zwei sehr realistisch eingeschätzte Punkte in der Aufzählung, die ich noch einmal hervorheben möchte:
ZitatWarum werden dann nicht die gefährlichen Tiere ganz verboten? Ein absolutes Verbot wäre unserer Auffassung nach nicht verhältnismäßig, weil es durchaus Halterinnen und Halter gibt, die sachkundig und zuverlässig sind und ihre Tiere sicher halten.
[...]
Ist das Tierheim nicht bald überfüllt mit gefährlichen Tieren? Da die Mehrzahl der Halterinnen und Halter verantwortungsbewusst mit ihren Tieren umgeht, ist damit nicht zu rechnen.
Das gibt doch ohnehin schon grünes Licht für all diejenigen, die sich so um ihre Tiere kümmern, wie sie es verdient haben. Wenn man sich also tiergerecht um seine Tiere kümmert, ihnen Behausungen zur Verfügung stellt die ihren Bedürfnissen entsprechen und nichts verheimlichen will, sollte das Alles in meinen Augen soweit kein Problem für die (gewissenhaften) Halter darstellen, mit Sicherheit aber einige "schwarze Schafe" aussortieren.
Ebenso könnte ich persönlich gut mit Kontrollen leben (sofern die Kontrolleure ein Minimalmass an Sachkenntnis haben, jedenfalls ;)). Tja, und wenn ich einen Sachkunde-Nachweis machen muss, um meine schuppigen Lieblinge weiterhin (be-)halten zu dürfen... Dann mache ich den eben. Und lasse mich meinetwegen auch alle halbe Jahre von einem Amtstierarzt besuchen. Der würde eh nur feststellen dass mein Viehzeug total verwöhnt ist ![]()
Ich stehe der Sache also erst einmal neutral und tendenziell eher guter Dinge gegenüber.
Grütze,
-Kraehe