Gruppenhaltung verschiedener Phasmidenarten

  • Hi,

    Funktioniert die Gruppenhaltung bei Phasmiden eigentlich gut, wenn es sich um verschiedene Arten handelt, die ähnliche Parameter benötigen?

    Könnte man z.B. Phasma gigas mit Heteropteryx dilatata zusammenhalten, wenn das Terrarium groß genug ist? Oder sind Phasma gigas etwas dämlich und würden die anderen Tiere als Blätter ansehen und vielleicht anfressen (oder genau anders herum)?

    Die beiden Arten kommen ja jeweils aus Malaysia und Indonesien, weshalb nicht wirklich auszuschließen ist, dass sich einzelne Tiere vielleicht Lebensräume in der Natur teilen.


    Stelle mir so ein Riesenterrarium mit 2 Rieseninsekten-Arten echt cool vor. Könnte ich zwar noch nicht umsetzen, aber vielleicht in der Zukunft.


    Liebe Grüße

    Till

  • An sich kann man robustere Arten durchaus kombinieren (einige Ausnahmen mal außen vor), aber wie du sagtest, der Platz ist immer so eine Sache. Besonders, wenn die Tiere unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag legen. Zu einer gewissen Erhöhung des Konkurrenzdrucks kommt es auf alle Fälle. Mit ein Grund warum für dauerhafte Zuchten oftmals schon kein Mixbesatz und, nicht selten auch, kein Größenmix ein und der selben Art empfohlen wird.


    Ich sah auch schon Terrarien mit über 2000L Volumen in denen das an seine Grenzen kam und die beiden Arten sind nicht gerade klein, von daher die Frage : was verstehst unter Riesenterrarium ?

  • Hi,

    Danke für die Antwort! Das dachte ich mir schon, dass die Größe ein Problem werden würde. Ich hatte eigentlich an die Maße 40x80x40 oder 60x100x60cm (40 und 60cm Hoch) gedacht. Ist für die meisten kein "Riesenterrarium", aber im Vergleich zu meinen 20x20x30er Terrarien ist es definitiv riesig.:D


    Konkurrenzdruck ist für die Tiere wahrscheinlich Stress und genau das möchte ich eigentlich so gut wie möglich vermeiden.

    Dann halte ich wahrscheinlich irgendwann in Zukunft lieber beide Arten getrennt.


    Liebe Grüße

    Till:)

  • Aus meiner Erfahrung sehe ich das genauso: Größe der Tiere, Anzahl und Futterbedarf (ggf. Konkurrenz bei demselben Futter) als Hauptfaktoren. Ich halte Phasmiden generell gemischt (10 Arten im Schnitt seit 8 Jahren), allerdings teilweise frei in 3 Biotopen (viele Pflanzen, viele LED, Ventilatoren, Vernebler, etc.) oder in Netzkäfigen oder Alu-Gaze-Terras. Speziell für größere (Eurycantha calcarata, Eurycnema goliath, Heteropteryx dilatata, Diapherodes gigantea) ein Alu-Gaze-Terra (45x45x80), damit sie nicht durch die Wohnung wandern, da die großen echt schnell sein können... Von jeder Art aber nur 1-3 Adulti (Nymphen sind keine drin). Das geht bei den Großen problemlos, keine Streitereien, lernen sich mit der Zeit kennen und hängen auch mal extra nahe beieinander. Nur das Futter ist schnell weggefressen ...


    p.s. Foto unscharf durch Alugaze, mit Öffnen der Tür hätte ich das Stileben zerstört ...

  • Hi,

    Danke für die Antwort! Das hilft mir auf jeden Fall, es besser einzuschätzen. Vorallem, was die Größe des Terrariums angeht. :)

    Hast du eigentlich Wärmelampen über den Gazeterras und in den Biotopen oder reichen den meisten Phasmiden-Arten Raumtemperatur (wären bei mir ca. 21-22°C im Winter und 23°C bis teilweise leider 28°C im Sommer)?

    Finde die Idee mit den offenen Biotopen sehr interessant. Hast du in dem Forum schonmal drüber geschrieben? Würde ich mir gerne mal durchlesen.:)


    Liebe Grüße

    Till

  • Hi Till,


    bei mir die Raumluft 24-25°, d.h. in der Regel keine extra Wärme (außer das Idolomantis-L5-Weibchen neben meinem Kopfkissen ; - ). Temperaturbedarf sollte schon ähnlich sein. Bspw. wandelnde Bohne und Eurycnema geht grade so: Für erstere 25° noch ok und Eurycnema mag ab 25°. Wobei interessanterweise alle gerne oben bei der "Sonne" hängen ... Über jedem Terra mindestens eine Tageslicht-LED, die gibt tatsächlich in der Nähe auch Wärme ab (bzw. erwärmt Oberflächen/Tiere). Grundsätzlich wird es bei den meisten Arten ab 27° kritisch mit ersten Verlusten (falls Luft gleichzeitig trocken). Durch 1000+ Watt LED insgesamt und nochmal soviel für Ventilatoren etc. hab ich leider nie zu wenig Wärmespender... Stoß-Lüften geht auch nicht, weil dann rLF plötzlich bei 50% und das ist schlimm für alle Tiere).


    LED (6000/6500K) immer gut. Natürlich, weil da eine Sonne ist ^ ^

    Ventilation auch wichtig, nicht nur bei Phyllium, die meisten bekommen bei wechselnden Luftzügen nach stillstehender Luft plötzlich Hunger! : )


    Irgendwo hatte ich mal geschrieben mit Fotos. Ich schau mal nach demnächst. Momentan wegen Fingerbruch wochenlang krankgeschrieben = mehr Zeit für bspw. Foren : D


    Liebe Grüße

    Ralph

  • Danke für die ausführliche Antwort!

    Bisher halte ich an Phasmiden nur

    Medauroidea extradentata (was ehrlich gesagt, die anspruchlosesten Tiere bisher für mich sind), aber für weitere zukünftige Phasmidenarten helfen mir die Infos über Temperatur, LF etc. sehr, danke.:)

    Gute Besserung für deinen Finger! Genieß die wochenlange Krankschreibung.:D


    Liebe Grüße

    Till


    Edit: Achja, falls du mal auf die Bilder stoßen solltest, wäre es nett, wenn du mir nen Link oder so schicken könntest. :)