Gammostola pulchripes als erste Spinne geeignet?

  • Hallo, Freunde der Sonne und der Spinnen!


    Wie ihr vermutlich am Titel erkannt habt, spiele ich mit dem Gedanken in die Spinnenhaltung einzusteigen.

    Die Art die ich mir ausgeguckt habe ist die Goldknievogelspinne Grammostola pulchripes, welche überall als äußerst ruhig und verhältnismäßig umgänglich beschrieben wird; aber bevor ich mir wahllos irgendein Tier anschaffe (welches sehr alt wird), muss ich mich natürlich entsprechend informieren.


    Der Plan wäre folgender:


    Ein weibliches (jung-?)Tier in ein 40x35x40 (BxTxH) Falltürterrarium.

    Darin vorn 15-20cm, hinten 25-30cm feuchter Bodengrund (Laubwald-/Kokoshumus, Torf oder Lehm ?) zum Graben, einige Korkverstecke, evtl. eine Efeutute oder Kletterficus (Ästhetik) und eine Beleuchtung (?) für die Temperatur von ca. 28°C am Tag.

    Als Futter wären dann Blaptica dubia in entsprechenden Stadien vorhanden.

    Für die jährliche "Kälteperiode" wäre ein Raum vorhanden, der im Winter ca. 16-18°C hat.

    Das fasst in etwa meine bisherigen Überlegungen zusammen. Passt das so in etwa, habe ich etwas vergessen oder gibt es irgendwelche Ratschläge/Einwände?


    Zwar sind wir hier offiziell das "große Fangschreckenforum" und das ist nicht unbedingt die passendste Rubrik, doch ich bin recht sicher, dass sich hier auch einige Spinnenfreunde finden werden.


    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,


    Leo

  • Hi Leo,


    die Art passt meiner Meinung nach, wobei es immer vom Individuum abhängt. Alternativ oder für später kannst du dir u.a. Brachypelma smithi & Co, Chromatopelma cyaneopubescens und Caribena versicolor anschauen. Ebenfalls wunderschöne Vogelspinnen, die auch Anfängern empfohlen werden.


    Erste Wahl beim Substrat ist Walderde. 28C finde ich etwas viel. Biete einen Trinknapf mit Wasser an, kein Wassergel. Ordentliche Belüftung, aber keine Gaze an den Lüftungsflächen, wegen Tarsalklauen / Beinverlust / Sturz. Ansonsten finde ich alles stimmig. Den Link hier kennst du vermutlich schon.

    https://vogelspinnenforum.ch/l…0-Grammostola-pulchripes/


    Hol dir eine Nachzucht von einem renommierten Züchter und keinen Wildfang aus dem Zoohandel. Wildfänge gibt es leider oft bei Grammostola. Ich habe gute Erfahrungen mit Helmut Manstein https://spinnenimnetz.de/ gemacht und er bietet aktuell je eine adulte G. pulchripes / G. rosea zu fairen Preisen an. Er hat einen sehr guten Ruf und schon einiges in den Medien gemacht. Natürlich gibt es noch viele andere gute Leute.


    VG Kristallspinne

  • Hi Kristallspinne,


    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Vorerst wird es aber wohl bei einem Tier bleiben.


    Als Wasserschale dachte ich an einen großen Flaschendeckel und die Belüftung wird ein Lochgitter, wie für Terrarien üblich, sein.

    Den Link kannte ich tatsächlich schon...;)


    Eigendlich hatte ich ja vor mit einem Jungtier/Spiderling zu starten. Kann man zu dem Zeitpunkt das Geschlecht schon bestimmen?

    Und kann man eine Rückwand (z.B. Xaxim oder Kork) einbringen oder muss man sich da Sorgen machen, dass das Tier hinunter stürzt und sich verletzt?


    MfG,


    Leo

  • Hi Leo,


    die Sturzgefahr reduzierst du mit dem aufsteigenden Substrat 20-30cm und mit der Einrichtung. Es gibt Diskussionen über noch mehr Substrat, oder eine etwas geringere Höhe des Terrariums bei Bodenbewohnern.


    Wenn die Spinne klettern möchte, dann tut sie das und dabei ist sie an Rück- / Seitenwänden sicherer als auf Glas. Und mit deiner Erfahrung baust du sicher schimmelfreie Wände.


    Es gab bereits ungewollte Schabenzuchten hinter Rückwänden, also versuche so dicht wie möglich zu bauen. Und Schaben vergraben sich im Substrat. Das ist dir ja alles bekannt.


    Ab welcher Fresshaut das Geschlecht bestimmt werden kann, hängt u.a. von der Ausrüstung und Erfahrung des Züchters ab. Bei den Anzeigen steht meist dabei, ob die Spinne bestimmt ist und welche Größe sie hat. Nimm dir Zeit und finde den Züchter deines Vertrauens, der dich auch im Nachhinein unterstützt.


    Mit deiner Erfahrung macht ein bestimmtes Jungtier Sinn. Für normale Anfänger finde ich ein adultes Weibchen besser, zu dessen individuellem Verhalten sich vor dem Kauf ein kompetenter Züchter äußert. Verhaltensänderungen kann es trotzdem geben, aber die Chancen auf ein ruhiges Tier stehen dann besonders gut.

    Google-Stichwort: Psycho Rosie


    Auch eine Grammostola kann schneller sprinten, als ein Mensch reagieren kann. Sie tut es halt fast nie, im Gegensatz zu beispielsweise diversen afrikanischen und asiatischen Arten. Meine entspannte D. diamantinensis verleitet mich manchmal dazu, unvorsichtig zu agieren. Deswegen rufe ich mir regelmäßig Ausbruchsvideos ins Gedächtnis und bleibe wachsam.


    Eine Vogelspinne ist nun einmal ein schnelles Gifttier, das, in einem äußerst unwahrscheinlichen Szenario, z.B. Kindern und Haustieren gefährlich werden kann. Und bei einer unglücklichen Bissstelle, oder Brennhaaren im Bereich Augen / Atmung, bzw. bei allergischen Reaktionen, besteht auch für gesunde Erwachsene Gefahr.


    Bei dir und einer Grammostola sollte das Risiko minimal sein. Hunde und Katzen sind gefährlichere Haustiere. ;)


    VG KS

  • Sehr gut,


    Das Terrarium hebe ich zur Terrarien-Börse in Ilsenburg am 30.09.2018 bestellt und werde mich dort auch nach der Spinne umschauen.

    Vermutlich werde ich das Tier aber vorerst im angestammten Behältnis belassen und sobald sie etwas gewachsen ist über eine kleine 1l Box (siehe Bild; 10cm Kantenlänge) und nach einigen Häutungen in das Terrarium umsiedeln.


    Wäre das Terrarium, in der Art der 1l Box eingerichtet, geeignet?
    Und es mag etwas übermotiviert erscheinen, dass ich diese Dose bereits vorbereitet habe, aber man muss ja sicher gehen, dass das Behältnis auch geeignet ist...:pardon:


    Grüße,

    Leo

  • Die Gaze im Deckel wäre mir zu riskant. Nicht nur wegen Tarsalklauen / Autotomie, sondern auch weil die Spinne die Kunststoffgaze zerbeißen und ausbrechen kann. Ich würde mit einem Lötkolben eine Doppelbelüftung mit Löchern im Deckel und an einer Seitenwand machen. Ein kleines Loch direkt über der Wasserschale ist nützlich zum Auffüllen.


    Die Inneneinrichtung passt. Das Versteck könnte etwas kleiner sein, aber das ist Geschmackssache. Beim Endterrarium arbeitest du dann sicher mit dem aufsteigenden Substrat.


    Ich finde es gut, dass du dich rechtzeitig vorbereitest. Habe selbst monatelang recherchiert und Testläufe gemacht.


    VG KS