Moin...
Ein Prolaps (dt. Eingeweidevorfall) kann, wie von Fichte schon gesagt, bei Wirbellosen vor Allem dann auftreten wenn die Tiere dauerhaft überfüttert werden, bzw. zu kalt (und/oder) zu feucht gehalten werden.
Oft liegt auch eine Kombination aus beiden Gründen vor.
Das kann auch so geringfügig sein, dass es dem Halter an und für sich "gar nicht weiter auffällt", z.B. wie bei geringfügigen Unterschreitungen von benötigten Temperaturen über lange Dauer - bei genauerer Nachfrage erfährt man häufig, dass die Temperatur halt schon eher am unteren Ende des Wohlfühlspektrums herum gedümpelt ist ("so 26°C hats schon Mittags mal bekommen, aber nicht immer/jeden Tag").
Wenns zu kalt ist, ist es im indirekten Folgeschluss häufig auch zu feucht - 65% RLF sind bei 24°C eine völlig andere Feuchtigkeit als bei 28°C. Es wär wichtig, dass Temperatur und Luftfeuchte zusammen passen, wenn nur einer der Werte passt ist das eher schlecht und sollte nachgebessert werden.
Noch dazu wird auch gerne mal deutlich überfüttert - "jeden Tag eine Grille weil das Tier immer so hungrig ist" mag klappen wenn die Temperaturen dazu passen und das Tier das auch alles zeitgerecht verdauen kann. Je kühler es ist, desto träger geht aber auch die Verdauung vonstatten, und desto eher kann es auch zu Zwischenfällen kommen.
Das verkraften zwar viele Tiere, aber halt nicht Alle.
Deswegen pochen wir hier ja immer so auf passende Parameter
bei Wirbellosen kann man leider nix mehr gutmachen oder behandeln, wenns mal passiert ist...
Bei Gottesanbeterinnen ist's in der Regel der Enddarm, der sich ausstülpt. Oft können die Tiere dann keinen Kot mehr absetzen und der "Ausgang" für eventuelle Ootheken ist dann idR auch blockiert - wie lange das Tier damit noch leben kann, entscheidet also im Prinzip wie ausgeprägt der Prolaps ist.
Manchmal kommt ein Prolaps auch ohne nennbare Gründe vor (davon ausgehend, dass die gemachten Angaben immer stimmen). Das ist schade, aber kann leider einfach passieren.
Unabhängig davon, ob man Gründe gefunden hat oder nicht, würde ich bei sowas immer empfehlen nochmal die Messtechnik zu kontrollieren (wenn das Thermometer auf den eingeschalteten Heizkörper gelegt immer noch 27°C anzeigt - oder das Hygrometer aufm Heizkörper drauf beharrt dass es 60% RLF hat stimmt z.B. was nicht :p ) und unbedingt drauf zu achten, dass künftig die Parameter wirklich passen, und die Tiere nicht dauerhaft kugelrund gefüttert halten.
Auch wenn das ggf. nicht der ausschlaggebende Grund war, hat's sicher eine Rolle gespielt.
Ich dachte, dass die Tiere aufhören zu fressen, wenn es ihnen zu viel wird.
Der Zustand von Überfluss und Überfütterung tritt in der Natur halt normalerweise nicht auf. Es hat im Prinzip nirgends einen solchen Futterüberschuss wie in Gefangenschaft, deshalb stellt sich die Frage "wann bin ich satt, wann höre ich auf zu fressen" für die wildlebenden Verwandten unserer Schützlinge nicht.
Viel eher sollten wir als Mensch die Umsicht besitzen das zu berücksichtigen, und die Tiere nicht so lange zu mästen bis wirklich nix mehr rein passt.
-Kraehe