Kommunikation zwischen einzelnen Tieren?

  • Einen wunderschönen guten Hallo :)


    Ich halte ja nun seit einigen Monaten zwei Phyllocrania paradoxa. Ich dachte lange, dass es sich dabei um zwei Männchen handelt, allerdings glaube ich jetzt, dass es ein Männchen und ein Weibchen ist. Ein Exemplar ist etwas schlanker, zierlicher und hat eine schmale, zackige Krone. Da gehe ich mit großer Sicherheit von einem Männchen aus. Das andere ist etwas Kräftiger gebaut und hat einen extrem breiten Nackenschild. Des Weiteren ist dessen Krone breiter und weist nur einen ganz leichten Knick auf. Aufgrund dessen glaube ich, dass es ein Weibchen ist.

    (Tut mir leid, Bilder kann ich gerade nicht hochladen aber vielleicht sind diese Beschreibungen ja schon ausreichend.)


    Beide Tiere befinden sich -wenn ich richtig mitgezählt habe- in der letzten Häutungsstufe vor der Adulthäutung. Der Hinterleib ist bei beiden Tieren noch "hochgestellt".


    Nun aber mein eigentliches Anliegen:

    In der letzten Zeit sitzen beide Tiere oft an dem selben Zweig unter der Terrariendecke. Sie sitzen oft auch ziemlich nah beieinander (Teilweise sind da kaum zwei Zentimeter Platz zwischen). Dabei stehen sie wirklich zueinander gerichtet (also sie sehen sich an)

    Wenn sie da so sitzen, habe ich nun schon oft beobachtet, dass sie "wackeln". Das ist ja eigentlich ganz normal bei Phyllocrania paradoxa aber ich habe mal gelesen, dass die Tiere sich so untereinander auch signalisieren, dass sie Artgenossen sind.


    Frage:

    Stimmt meine Vermutung, dass sie sich einfach nur gegenseitig signalisieren: "Ich tauge nicht als Futter, lass mich in Ruhe" oder sind das schon erste Annäherungsversuche?


    Ich freue mich auf Antworten, Vorschläge, Diskussionen

  • Ich habe das bei meinen 4 Damen auch schon beobachtet, allerdings haben die dann und wann auch schonmal versucht nach einander zu schnappen. Zum Glück bisher erfolglos.

    In Anbetracht der Tatsache, dass sie wackeln wenn sich Beutetiere in ihrer Umgebung befinden, um sich zu tarnen, und dessen, dass sie ja auch Kannibalen sein könnten, wenn sie müssten, hätte ich also eher geschätzt, dass sie überlegen sich zu fressen :D


    Aber das ist nur die Überlegung eines Laien. Mich würde das auch sehr interessieren :)

    Ich liebe eine ganz besondere Frau
    Sie ist anderen Männern niemals abgeneigt
    Das stört mich nicht, denn eines weiß ich ganz genau
    Sie hat sie halt zum Fressen gern

  • Hallo,


    würde ebenfalls ausschließen das es sich um Annäherungsversuche handelt.

    Man muss auch bedenken das selbst tolerante Arten bspw. bei zu wenig Futter, sich an die Kehle gehen.

  • Oh ja. Diesen Fall hatte ich bei mir leider auch. Gott sei Dank nur einmal.

    Sicherlich bin ich mir darüber im Klaren, dass selbst sehr "tolerante" Arten wie Phyllocrania paradoxa mal zu innerartlicher Aggressivität neigen (ist ja bei Menschen nicht anders ^^)


    Ich habe vorhin nochmal nachgelesen (hätte ich das mal vorher gemacht... :roll:) : Phyllocrania sind erst etwa zwei Wochen nach der Imaginalhäutung Paarungsbereit. Also können wir die Vermutung mit den Annäherungsversuchen wohl ad acta legen.


    Bleibt halt dennoch die Frage, ob sie sich durch das Wackeln gegenseitig wirklich signalisieren, dass sie zur selben Art gehören und sich so halt irgendwie signalisieren, nicht als Futtertier zu taugen bzw, sich selbst damit schützen zu wollen...

  • Hi,

    wie du schon sagtest identifizieren sich manche Tiere (zb. Gongylus gongylodes) durch ihr wackeln bzw. durch den Rhythmus mit dem sie wackeln als Artgenossen.

    Ob das bei Phyllocrania auch so ist weiß ich nicht, aber ich kann mir gut vorstellen dass es so ist.

    Auf der anderen Seite könnte der Grund für das Wackeln auch sein, dass das Wackeln zur Tarnung gehört und die Tiere bei einem Luftzug anfangen zu wackeln um zwischen den Blättern, die sich im Wind bewegen, nicht aufzufallen.


    Dass sich die Tiere gegenseitig ansehen ist meiner Meinung nach nichts besonderes, weil ja eig jede Mantis da hinschaut wo sich was bewegt :)


    LG Niels

  • Das ist schon richtig. Dass das Wackeln zur Tarnung gehört, habe ich auch schon öfter glesen. Anscheinend ist das ein solcher "Urreflex", dass die Tiere selbst in einem komplett windstillem Terrarium im Wind wackelnde Blätter imitieren.


    Genau das ist auch meine Vermutung: Mantiden reagieren auf alles, was sich bewegt. Wenn sie nun allerdings diese sehr eigentümliche Bewegung registrieren, dann erkennen Sie darin einen Artgenossen und sind dann vielleicht etwas "netter" zueinander ^^