Welche Art passt zu mir?

  • Hi :)

    Ich hätte früher schon Gottesanbeterinnen (Hierodula membranacea) und wollte mir jetzt noch mal eine zulegen.

    Jetzt wollte ich euch mal fragen ob es eine Art gibt die folgende Kriterien erfüllt:

    -relativ groß (>8cm)

    -kann fliegen

    -benötigt eine Temperatur von 25°oder weniger

    -hübsche Farben/hübsches Aussehen generell

    -Gruppenhaltung möglich

    -nicht zuuuu schwer in der Haltung ;);)


    Ich freue mich auf eure Antworten und bin gespannt !!!

    Liebe Grüße

    Bella:)

  • Hi, schau doch mal unter Orchideenmantiden (Hymenopus coronatus) vielleicht findest du in ihnen einen Gefallen. Aufgepasst: Nur Weibchen sind bis zu 9 cm gross während Männchen mit ihren 4 cm dagegen ziemlich klein wirken. Also viel Glück und Gutes Gelingen!

    Edit: Jetzt lese ich erst dass die Mantiden nicht zu schwer sein sollen:roll:. Naja die Art ist eher anspruchsvoll aber vielleicht kannst du dich trotzdem mit ihnen anfreunden.

  • Grundsätzlich können alle Mantiden fliegen. Es gibt ein paar Ausnahmen. Ja die Orchideenmantide *kann* fliegen. Jedoch ist zu beachten dass eher Männchen die Neigung haben zu fliegen um nach einem Partner zur Paarung zu suchen. Also Mantiden fliegen eher wenig...

  • Hallo Bella,


    grundsätzlich würde ich dir da erst mal die Mantopedia oder Seiten wie mantisonline empfehlen. Du bekommst dort erst mal einen groben Überblick, was es denn alles gibt / bzw. in Haltung gab. Nicht alle Arten die vor 5 Jahren im Hobby waren sind es heute noch.


    Als erstes ist mir bei deinem Beitrag das hier ins Auge gestochen:

    -benötigt eine Temperatur von 25°oder weniger


    Es gibt extrem wenige Ausnahmen bei einigen sehr anspruchsvollen z.B. Hochlandarten. Aber wenn wir diese ausschließen ist die Antwort: KEINE!

    Dauerhaft sollten 99% der im Hobby vertretenen Arten bei diesen Temperaturangaben gehalten werden. Das erklärt sich für jeden, der sich einmal mit den Basics auseinander gesetzt hat. Insekten sind wechselwarme Tiere. Sprich ihre Körpertemperatur wird durch die Umgebungstemperatur geregelt. Ein normales Funktionieren sämmtlicher Körperfunktionen ist von der Umgebungstemperatur abhängig.

    Eine Haltung bei "Zimmertemperatur", wie sie von einigen (vor allem!) Händlern empfohlen wird ist schlicht nicht artgerecht. Es mag bei einigen Haltern gut gehen. Es mag sogar eine Vermehrung funktionieren. Allerdings zeigen sich manche Probleme eben erst nach der zweiten oder dritten Generation. Und dann wird wieder gern von "Inzuchtproblemen" gesprochen (die es bei guter Haltung nicht gibt!).

    Ich könnte dazu noch einiges schreiben... aber das habe ich schon oft genug ;) Also belassen wir es dabei.


    Zu deinen übrigen Punkten:

    alles wirst du nicht erfüllt bekommen. Oftmals schließt ein Punkt einen anderen aus: groß + Gruppenhaltungstauglich + bunt + kühlere Haltung (ich gehe jetzt von etwa 27°C Grundtemperatur aus) + einfache Haltung. Mir fällt dazu nichts ein.

    Vielleicht solltest du dir auch nochmal zur Terrariengröße Gedanken machen. Idolomantis diabolica oder Gongylus gongylodes, als Beispiel für große und gruppenhaltungstaugliche Arten, brauchen zum einen eine sehr gute Beleuchtung (viel Wärme + gute Lichtqualität = teure Leuchtmittel + hohe Stromkosten!), zum anderen brauchen sie viel Platz! Unter 60x60x60cm für 2 Pärchen für Gongylus gongylodes musst du da nicht anfangen, Idolomantis brauchen nochmal mehr Platz. Um Terrarien dieser Größe zu beheizen braucht es eine entsprechend gute Beleuchtung.


    Hymenopus coronatus ist nicht gerade eine "einfach" zu haltende Art. Gerade wenn schon die Frage nach "Niedrigenergie"-Arten kommt, dann hab ich da schon meine Bedenken... Gruppenhaltung ist bei dieser Art nur bedingt zu empfehlen, man sollte zumindest schon Erfahrungen in der Einzelhaltung und Aufzucht gesammelt haben und wissen wie die Terrarien eingerichtet werden müssen! Wenn man diese Pukte erfüllt, dann KANN es funktionieren. Muss aber nicht.

    Die Infos bei mantidenundmehr sind oftmals "lückenhaft", zum Teil würde ich auch einige Haltungstipps als nicht empfehlenswert beurteilen! Da muss sich aber jeder sein eigenes Bild machen und sich Informationen auch erarbeiten.


    Zum Thema fliegen:

    bei den meisten Arten sind die Männchen ganz gute Flieger. Lange Flügel vorausgesetzt. Weibchen sind meist kurz nach der Adulthäutung und nach der Oothekenablage in der Lage kurze Strecken zu überbrücken. Da würde ich aber eher von einem gezielten Gleitflug sprechen, als von Fliegen. Sehr kleine Arten bilden hier eine Ausnahme, wie z.B. Tropidomantis.


    Beste Grüße,

    Regina

  • meines Erachtens werden Haltungsberichte oft falsch interpretiert. Werte von bis heißen nicht das sie die möglichen Tageswerte darstellen sollen. Sie zeigen mehr einen groben Temperaturverlauf im Becken welcher für die Art im Aktionsradius gegeben sein sollte. Manche Berichte schließen sogar gleich die Nachttemperaturen ein weshalb unter anderem auch das Denken, es gäbe Arten welche bei 20C und weniger dauerhaft gedeihen, sich hartnäckig hält.


    Manche gehen sogar so weit das sie versuchen Idolomantis und Co bei 25C und weniger zu halten. By the way der angesprochene Ex-User wollte sich melden wenn er seine Tiere adult hat und widersprach jedem welcher sagte das er sie so nie soweit bekommt ...


    Ich denke aber das Kriterium ist aber Geschichte bei dir 😊


    Gruppenhaltung bedarf aber auch immer zur Verfügung stehendem Futter in passender Form. Bei den meisten Arten kommt man als Hauptfutter an Fliegen so nicht vorbei.


    Ich würde dir zu einer Einsteigerart in die Gruppenhaltung raten. Es gibt zwar auch sehr schöne Arten welche geeignet sind, aber entweder sind sie derweil eher schwer zu bekommen (und die wenigen sollten eher an Züchter wandern zum erstellen eines Zuchtstammes) oder sie sind schlichtweg an zu viele Punkte für diese Form der Haltung gebunden bzw. eher anspruchsvoll / pflegeintensiver.


    An geeigneten Arten sei hier gerade als Dauerbrenner Phyllocrania paradoxa genannt. Sie sind zwar kleiner, aber je nach Haltung und Stamm sehr Farbvariabel.


    Gongylus gongylodes wäre auch eine Option. Regina ich muss dir da widersprechen was die Mindestmaße und dem Lichtbedarf für die Art angeht. In Sachen Aggressivität untereinander ist mir selten eine derart ruhige Art begegnet. Kannibalismus kommt selbst bei Futtermangel relativ selten vor und selbst gemischte Gruppen aus sehr unterschiedlichen Größen funktioniert solange die Futterversorgung jeder Größe gewährleistet ist.

    Mindestmaße sind schwer zu nennen. Bei mir saß die Gruppe auf etwa 50x30 wenn ich mich recht entsinne. Das Becken ist schon lange nicht mehr existend. Die Bauanleitung hier aber noch irgendwo im Forum 😉

    60x60 Grundfläche bei 2 Paaren Idolomantis und qualitativ hochwertiges Licht (wenn auch hier kein Muss solange wir von Biovital und HCI Technik reden) sehe ich aber auch nicht als Mindestmaß. Die Weibchen sind zwar deutlich agressiver als die von Gongylus, aber ordentlich eingerichtet (mit Sichtschutzmöglichkeiten) passen da auch einige mehr rein. Eine Höhe von 60 cm ist auch Platzverschwendung bei beiden Gattungen. Sie sitzen bevorzugt an der Decke sodas man gedrost auch alles da oben abspielen lassen kann und nur Aufstiegmöglichkeiten schaffen kann. Bei Gongylus reicht so eine Totalhöhe mit Bodenaufbau von 30cm bei Idolomantis brauch es zumindest bei den Weibchen schon eher in Richtung 40cm (wenn auch nur für die Imaginalhäutung).


    Beide Arten sind durchaus mit etwas anglesenem Wissen auch für Einsteiger haltbar. Der springende Punkt ist aber hier das Anlesen von Infos 😉