Allzweckwunderwaffe - nur wie? Und: Ist sie überhaupt eine?

  • Hallo ihr Lieben,


    ich hätte gerne eine "Allzweckwunderwaffe" zur Mantidenhaltung. Und ich merke: Da habe ich mir was vorgenommen. Denn darin sollen Hieros leben können, aber auch Paradoxas und vielleicht in ein paar Jahren mal ein paar schöne Diabolicas. Da ist dann das erste Problem die Größe. Ich denke da nämlich ein wenig größer. Und zwar in einer Grundfläche von 55x55 Zentimetern. Gerade dieses Maß, weil ich einen knallroten Ikea-Beistelltisch habe, der bald seinen Zweck verlieren wird.


    Aufbau

    Der Beistelltisch kriegt an allen vier Seiten Plexiglasplatten verpasst. Diese sollen 60 Zentimeter bis zu einem Meter hoch sein. Die Platten werden mit Heißkleber und drei Schrauben pro Seite fixiert. Zwei gegenüberliegende Platten stehen exakt um die Dicke der Scheiben über, sodass diese mit den den beiden anderen gegenüberliegenden Platten verklebt werden können. Da diese Klebenähte aber ziemlich stümpferhaft aussehen, werden dann noch Leisten an die Ecken und die Überlappung von Tisch und Platte angebracht. Zuvor wird aus einer der Platten eine 40x30 Zentimeter große Aussparung ausgeschnitten. An diesem Loch werden Schienen angebracht, damit das ausgeschnittene Stück wieder hineingleiten kann. Der Deckel wird in (nicht auf, zwecks der Falltür) das Grundgerüst geklebt und ebenfalls mit Leisten versehen, wobei die Leiste an der Falltür natürlich ebenfalls ausgespart wird. Auf die Falltür wird ein Knopf geklebt.


    Belüftung

    Ja. Wie mach' ich das? Noch mehr ausschneiden und Gaze einbringen? Das sieht mit Sicherheit nachher nicht besonders schön aus. Und überhaupt: Unterschiedliche Bewohner bedeuten auch unterschiedliche Lüftungsflächen. Die Idee: Einen Bohrer nehmen und drauf los bohren. Das sorgt allerdings noch nicht für die unterschiedlichen Lüftungsflächen. Also würde ich die durchbohrte Fläche bei 40x40 Zentimetern am Deckel halten und an der Vorderseite zirka fünf Zentimetern über dem Boden weitere fünfzehn hoch ebenfalls Belüftungslöcher bohren. Um die Lüftungsfläche variieren zu können, bräuchte es wieder Leisten am Rand des durchlöcherten Bereichs des Deckels und ein weiteres Stück Plexiglas oder besser mehrere unterschiedlich große, die eingesetzt werden können.

    Sollte die Lüftung trotzdem nicht ausreichen, habe ich noch zwei PC-Ventilatoren hier, die Luft absaugen könnten.


    Rückwand

    Styropor. Zwei aneinander liegende Seiten damit ausstatten. Zuschneiden, Aceton dünn mit einem Pinsel auftragen (für die Struktur), zwei, drei Tage trocknen lassen, Fliesenkleber drauf. Die Konstruktion (aus zwei Platten) dann final einkleben, um mögliche Rückzugsräume für Futtertiere zu vermeiden und auch Wasseransammlungen keine Chance zu geben.


    Fragen

    Ist die Größe, insbesondere die geplante Höhe so schlau? Kommen die Tiere damit klar (zwecks Futter, das an ihnen vorbei fliegt z. B.)?
    Mir gefällt der ganze Kunststoff in der Konstruktion nicht so sehr: Ist das für die Tiere nicht auch nachteilig?

    Wie dick sollten die Belüftungslöcher sein? Ein Millimeter? Zwei? Einen halben? Wie nah beieinander sollten diese liegen?`

    Wie dick sollten Plexiglasscheiben sein?
    Wie oft darf ich das Ganze schleifen, um milchiges Glas zu verhindern?

    Funktioniert das Terrarienklima in der Größendimension noch so einfach? Auf was muss ich mich da gefasst machen?
    Beregnungsanlage: ja? nein?

    Wie allzweckdienlich wäre die Konstruktion denn wirklich?


    Ich würde mich freuen, wenn es zu der Idee ein paar Meinungen gäbe.



    Viele Grüße

  • Hallo Klaus,


    ich sehe das auch sehr kritisch...


    Punkt eins: kosten. Du wirst alleine für das Acrylglas in der billigsten Ausführung sicher an die 100€ bezahlen.

    Beständigkeit: Acrylglas, Plexiglas, in welcher Auführung auch immer ist extrem kratzempfindlich! Einmal blöd dagegen gekommen = Kratzer oder einmal mit einem nicht sauberen Lappen darüber gewischt = Kratzer.

    Verarbeitung: Das ganze soll auch Wasserdicht sein, oder? Dafür musst du exakt arbeiten können und solltest professionelles Werkzeug haben. Nur schnell mal mit Schraubzwingen zusammen drücken wird sicher nichts...


    Für eine ordentliche Belüftung werden ein paar Löcher nicht reichen. Zum Teil haben manche ja schon mit der falschen Gaze im Sommer Probleme gehabt. Mit Lüfter könnte es funktionieren.

    Bei der Styroporrückwand kommt es drauf an, was du verfütterst. Bei Leuten die Grillen verfüttern habe ich schon richtige Tunnelsysteme in Styroporrückwenden gesehen. Das lässt sich dann aber kaum vermeiden.


    Was spricht dagegen sich ein Glasterrarium auf Maß anfertigen zu lassen?

    Preislich liegst du da sicher nicht Höher als bei deinem Eigenbauvorhaben ;)


    Die Terrarienhöhe ist kein Problem, insbesondere dann, wenn du Fliegen verfütterst. Ich habe ähnlich große Becken im Gebrauch, mit kleinen Terrarien möchte ich mich garnicht mehr beschäfftigen. Du wirst eben entsprechend starke Lampen benötigen. Eine Beregnungsanlage ist bei einem einzelnen Becken nicht nötig, nimmt einem aber natürlich Arbeit ab und funktioniert auch bei Anwesenheit.


    Grüße,

    Regina

  • Hallo Klaus,

    ich kann auch nur von der Verarbeitung von Acryl/Plexiglas abraten. Mein Mann Mann hat mir mal eins gebaut mit den Maßen 120x50x120cm, viel Freude haben wir nicht dran gehabt. Zusätzlich zu den Problemen mit den Kratzern, wie Regina schon schrieb, waren die Türen "wabbelig" und wurden recht schnell gegen Glas ausgetauscht. Nach einigen Jahren wurde das Plexi gelblich und blind und nicht schön. Denke auch, an einem Glabecken hast Du mehr Spaß.


    Viele Grüße, Andrea

  • Hallo zusammen,


    die Verarbeitung traue ich mir schon zu. Habe vor dem Studium auch was handwerkliches gelernt und ein paar Jahre in der Branche gearbeitet. Werkzeug ist auch da (zumindest im Garten meiner Eltern). Aber eben diese Bedenken wegen der Lüftung und vor allem der Beständigkeit des Materials habe ich auch. Schade ey.


    Ja warum? Ich würde es halt gerne selbst bauen. Mit Glas habe ich aber noch nie gearbeitet und möchte da ungern massig Geld in den Wind schießen. Außerdem möchte ich einfach was größeres haben, das den Tieren viel Platz bietet und auch einen dekorativen Wert hat. Der kleine Würfel mit 30er Kantenlänge ist sicher schön und für die Inderin darin auch nicht zu klein. Aber: Es dürfte schon was größer sein.


    Im Endeffekt möchte ich, sobald ich genug Erfahrung habe, ein großes Terrarium haben, dass tatsächlich ein kleines Ökosystem ist. Mit mehr Bodenbewohnern, als nur weissen Asseln. Regenwürmer. Sprungschwänze. Eventuell ein paar Käfer, die passen und keine Gefahr für die Mantiden darstellen. Also als Idealvorstellung. Die muss ja nicht eins zu eins umgesetzt werden.


    Vielleicht habe ich auch auf YouTube ein wenig zu viel AntsCanada geguckt. Ist schon geil, was er da gebastelt hat. Allerdings möchte ich keine Ameisen. Die brechen mir zu schnell aus. Und ich hätte ja auch irgendwann gerne Mal eine Gruppe an Mantiden. Da will ich schon überdimensionieren. Alleine schon, um da Streitigkeiten noch ein wenig unwahrscheinlicher zu machen.


    Außerdem soll das große Terrarium dann auch für möglichst alle Arten passen. Das fängt ja schon bei den Belüftungsflächen für Hymenopus Coronatus an. Die müssen ja verdammt groß sein. Das was ich da bisher gelesen und gesehen habe, ist weitaus mehr, als das was die gängigen Terrarien bieten. Deswegen hätte ich auch gerne was, an dem ich diese halt je nach Bewohner anpassen kann. Daher die Idee mit den verstellbaren.


    Den Tipp mit dem maßgefertigten merke ich mir auf jeden Fall. Das ist sicher eine Option wenn ich mich finanziell vom Umzug erholt habe. Ansonsten schaue ich einfach mal, woher ich was in der Größe bekomme. Das jetzt ist von GarPet und damit bin ich glücklich. Nur haben die nichts an Größen da. Glaube sogar nur den Würfel.


    Aber, wenn ich eure Aufmerksamkeit schon einmal habe: Madame hat sich einmal hart "überfressen". Ich war zwei Tage nicht da, habe ich an dem Tag drei mittlere Heuschrecken gegeben. Die hat sie alle innerhalb einer halben Stunde erwischt und gemampft. Habe dann noch ein paar Fliegen reingesetzt, kam wieder, alle weg. Hat sich vor kurzem subadult gehäutet, der Wachstumsschub kam mir wirklich extrem vor (geiler Weise konnte ich diese Häutung sogar sehen) und ich hab die Futtermenge für das Stadium noch nicht so raus.


    Das Abdomen war prall gefüllt, die roten Streifen zwischen den Segmenten sahen fast schon beängstigend aus. Und jetzt hängt ihr Abdomen ein wenig und sieht knittrig aus. Sie klettert ganz normal. Bewegt sich normal. Nur als sie eben kurz auf meine Hand gekrabbelt ist, während ich die Äste ein wenig umsortiert habe, fielen mir halt diese Besonderheiten und so ein leichtes einsacken, sobald sie nicht hing sondern saß, auf. Muss ich mich sorgen?


    //edit

    Musste mich nicht sorgen. Madame war wohl noch gar nicht subadult. Hat sich nochmal gehäutet und die Flügelansätze sind jetzt noch viel deutlicher, als vorher. ^^



    Danke euch!


    Viele Grüße

    Klaus