Beiträge von MatthiasDD

    Danke für die Anregungen.

    Bezogen auf B. m. war es eine Überlegung. Wenn ich die Tiere durchkriegen und Ootheken bekommen sollte, werde ich es einfach mal versuchen, diese unterschiedlich lange im Kühlschrank zu lagern und dann die Schlupfraten erfassen, sagen wir 0 - 5 Wochen bei sechs Ootheken.

    Inzwischen sind sie L6 :).

    Über M. r. sind so viele Informationen verfügbar, und sie leben fast vor der Haustür, deswegen habe ich mich darauf bezogen. In der Monografie von Berg/Schwarz/Mehl steht, daß die Art in Westafrika zwei, mitunter drei Reproduktionszyklen pro Jahr durchläuft, dann ohne Diapause (S. 331 unten), Die Variabilität und Anpassungsfähigkeit hat mich beeindruckt, die Überlegung, daß das nicht ein und dieselbe Unterart ist, d. h. das evolutionäre Potenzial nicht in jedem Individuum der gesamten Art steckt, kam mir nicht.

    (Insekten-sachsen.de hat tatsächlich auch zwei Meldungen aus dem Dresdner Elbtal, allerdings nicht von diesem Jahr.)

    Hallo, angeregt durch meine hier im Forum dokumentierte Begegnung mit einer Mantis religiosa in Nordostsachsen im September hinterfrage ich gerade die Angaben zur Haltung im Netz. Diese eigentlich tropische Art schafft es, ihren Reproduktionszyklus hier von Mai bis Oktober durchzuziehen. Die Ootheken überdauern den mitteldeutschen Winter.

    Auf Reisen habe ich tatsächliche Frostnächte im Februar in der ägyptischen Wüste und im April im marokkanischen Atlas erlebt, z. B. dem Lebensraum von Blepharopsis mendica, die ich halte. Dazu lese ich bei den Haltungsangaben für diese Art: nicht unter 20 Grad. Wie geht das zusammen?

    Hat hier schonmal jemand mit den Zeitigungsbedingungen experimentiert? Ootheken im Kühlschrang gelagert, um die Schlupfzeit zu strecken? Oder sich anderweitig dazu schlau gemacht?

    Nach meinem ersten Fehlversuch habe ich jetzt zwei B. mendica, die sich bei mir erfolgreich von L4 zu 5 gehäutet haben und 1.1 sind, so alles gut geht werde ich befruchtete Ootheken bekommen, werde sie in gestaffelten Zeiten im Kühlschrank lagern und mal sehen, was schlüpft.

    Tja, gestern war ich noch noch voller Euphorie, heute bin ich niedergeschlagen, denn die überfällige Häutung lief wahrscheinlich in die Binsen.

    Sie hatte sich entschlossen, die wohl überfällige Häutung nach der Abschaltung des Lichtes zu beginnen, siehe den anderen Faden. Dazu hing sie sich nicht in ihrem üblichen Sitzbereich an, sondern ging in die nicht bestrahlten 15 x 30 cm des Exo Terra. Dort zog sie sich nach 7 Uhr raus, von oben gesehen, was erst gut klappte. Ich wollte das Licht nicht nochmal anmachen, um sie nicht zu stören. Es hatte 23 Grad und 60 % LF. Bevor ich schlafen ging, war sie scheinbar raus aus der alten Haut, was ich in dem Dämmerlicht nicht sah, war, daß sie die Fangarme noch drin hatte. Sie machte was damit, ich dachte, sie wäre raus und frißt ihre Exuvie, wie das Phasmiden machen. Im Nachgang hab ich begriffen, daß sie mit dem Heck an der Glastür anstieß und nicht weiter nach hinten kam, um sich völlig rauszuziehen. Sie mußte nach links ausweichen, dann war da dBlepha5a.jpgBlapha5b.jpgBlepha6.jpgie Ecke des Terras.

    Heute früh war sie nicht weiter, ich dachte., es wäre schlau, mit der Pinzette nachzuhelfen.

    Naja, jetzt ist das Prosoma etwas nach linkt abgeknickt, und die Fangarme stecken in Häutungsresten. der rechte Unterflügel ist auch verkümmert, aber das ist wohl kosmetisch.

    Ich warte noch ab.

    Das war unhöflich, das stimmt, bitte um Entschuldigung. Ich war gestern euphorisch, weil ich dachte, ich kriegs mit meinen Mitteln hin. Und in der kurzen Zeit, die ich mich hier in dem Forum bewege, kommt mit der Ton oft etwas bevormundend vor. Wahrscheinlich, weil ich einfach neu in dem Bereich bin und glaubte, auch was zu wissen, was sich im Nachhinein als nicht zutreffend erwies. Denn: Es was eine Fehlhäutung. Ich mach nen neuen Faden dazu auf.

    Junge, sie häutet sich gerade, bin sowas von aus dem Häuschen, hoffentlich geht es gut. Deshalb hat sie den Brummer nicht genommen. Spricht für passige Haltungsbedingungen, ihr Disser. 63%, 23° gerade, hab noch mal nachgesprüht. Abwarten und Wein trinken...

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    Guten Abend,

    seit fünf Tagen besitze ich eine Blepharopsis mendica. Vorausstellen möchte ich, daß es sich um eine Art Palliativmaßnahme handelt, die Vorbesitzerin hielt sie suboptimal, die Angaben sind: von der Handelskette "Freßnapf", bei 28 Grad gehalten, "haute meist daneben", wobei sie mit Stabschreckenjungtieren gefüttert wurde. Und sie hätte sich in dem angeblich ganzen Jahr, in dem sie sie gehalten hatte, nicht gehäutet. Allerdings sind die Angaben insgesamt fragwürdig.


    Da der Goldfliegenschlupf hier leider noch nicht angesprungen ist, muß ich mit dem überbrücken, was die Umgebung hergibt. Vor vier Tagen fing sie nach drei Fehlversuchen eine Lebensmittelmotte, die wir hier täglich vorfinden, fraß sie dann an und ließ sie fallen. Vorgestern verdrückte sie nahezu gierig einen Nachtfalter, das Volumen entsprach etwa einem halben Mehlwurm. Gestern hat sie eine von diesen kleinen schlanken grünen Hautflüglern mit den goldenen Augen gefangen und angemümmelt, aber dann losgelassen, heute habe ich ihr einen von den schachbrettfarbigen Brummern reingesetzt, den boxt sie weg.

    Da das immer abgefragt wird: 33/21 Grad, wo sie sitzt, 35/ 55 LF.


    Mir fehlt der erfahrene Blick, sieht sie unterernährt aus? Das ist meine Frage.

    Liebe Krähe, das ist zweifelsohne wahr, in der ersten Linie sollen die Bedürfnisse der Tiere bedient werden, aber da fangen die Grundsatzdiskussionen an. Ums vorweg zu nehmen: ich möchte die Grundbedürfnisse, passende Temperatur, Luftfeuchte, geeignetes Futter, passende Menge davon, passende Sitzmöglichkeiten usw. natürlich gewährleisten, ohne Abstriche. Deswegen habe ich mich hier ja angemeldet, um Informationen aufzusaugen.

    Aber wir halten die Tiere ja nicht, weil das irgendwie existenziell notwendig ist, sondern zu unserer Freude. Ich möchte nicht mal behaupten, daß jedes arthropode Individuum in seinem natürlichen Habitat besser aufgehoben wäre, denn wir halten Freßfeinde und Wetterextreme fern und gewährleisten eine kontinuierliche Futterverfügbarkeit lebenslang, wenn wir es ernst meinen. Quasi bedingungsloses Grundeinkommen.

    Vor zwei oder drei Jahren war ich mal zu Besuch in einem Haushalt, die hatten ein ganzes Zimmer die Wände hoch ausgebaut mit Styroporregalen, Gaze reingetackert, Spot drüber, täglich mit dem Sprüher durch und einen Extrakühlschrank für die Caster. Die hatten vielleicht 10 verschiedenen Mantindenarten und fleißig nachgezogen. So kann man das auch machen. Semi-industriell. Das ist nicht mein Plan.

    Hab eine 5-Watt-Heizfolie bestellt, die unter das Terra kommt. 25 Grad von unten, 30+ Grad von oben, so sollte das was werden.

    Die jetzige Besitzerin hält sie in einer kleinen Box mit nix drin auf einem beheizten Schneckenterrarium als Wärmequelle. Kann nur besser werden. Weiblich, braune Morphe ist meine Ferndiagnose von dem Bild her. Braune Morphe adult wäre der Hit :D! Die sind schon in grün schön, aber ocker... Ich mach n Bild, wenn alles steht, am Donnerstag ist es soweit, und eins von der Gesamtkomposition.

    Danke für die Anregungen. Aber Styropordämmung gefällt mir aus ästhetischen Gründen nicht. Das Terra steht auf einem Art-Deco-Blumenständer im Wohnbereich und soll auch ein Blickfang sein. Mir fielen beim Lesen die kleinen Halogen-Steckspots ein, die ich früher bei den Skorpionen verwendet habe, 20 W machen da schon ordentlich Hitze, brauchen aber eine bestrahlte Fläche zum aufheizen. Der Innenraum des Aufsatzes bietet mit einiger Modifikation Platz für den Trafo und zwei, drei Spots á 10 W oder einen mit 20 oder 35, vlt. ist das eine Lösung. Oder eine kleine Heizmatte unten drunter? Mantiden graben ja nicht, im Ggs. zu Skorpionen. Dann kann ich aber die Pflanze vergessen. Hm.

    Heizmatte an der Rückwand wäre wohl Unfug, dazwischen kommt dann Glas und Kork, da heiz ich nur das Zimmer...

    Guten Abend, ich häng mich hier mal dran, weil ich ein inhaltlich ähnliches Problem habe, und hoffe, daß ein Forum zur Haltung von Gottesanbeterinnen mit qualifizierteren Antworten aufwarten kann als "Belies dich selbst."

    Ich will, wie schon an anderer Stelle geschrieben, eine subadulte Blepharopsis mendica übernehmen. Das Terrarium ist ein 30 x 30 x45 Exo Terra. Ich habe mir diesen passenden Beleuchtungsaufsatz zugelegt und eine 11 W-Energiesparlampe reingetan. Die macht direkt am Gitter 33 Grad, einige cm weiter weg sind es nur noch 25, siehe Bild. Nun will ich nicht, daß das Tier die ganze Zeit nur an einer Stelle an der Decke klebt, d. h., ich müßte die Temperatur anheben.

    Welche handelsüblichen und bezahlbaren Leuchtmittel wären zu empfehlen? Der Aufsatz hat den Sockel seitlich, ein Spot geht nicht.

    Ich häng mal ein Bild vom Rohbau an, unten kommt orangefarbener Sand rein, den ich mal aus der Westsahara mitgebracht habe, der Blumentopf wird noch mit Steinen verblendet.Blephaterra.jpg

    Danke für die Antwort. Ich habe wieder was gelernt :). Wie schon gesagt geht es mir nicht darum, Fliegen abzuzählen, sondern einen Richtwert zu haben. Wie bei meinen anderen Tieren. Euscorpius: ca. das Eigenvolumen an Heimchenfutter pro Monat. Ph. giganteum: ca. zweimal die Blattfläche, die das Tier einnimmt, pro Woche. Ich: ca. 2000 kcal/d. nicht 500, auch nicht 5000...

    Ok, danke schon mal, das sind brauchbare Hinweise. Muß ich mal vorsichtig angehen, meine Frau wird nicht ganz ungetrübt glücklich sein über Schmeißfliegenmaden im Kühlschrank, aber das krieg ich hin.

    Die Frage nach einer orientierenden Futtermengenangabe ist allerdings noch offen. So zehn Fliegen am Tag?

    In unserer Altbauwohnung haben wir eine fröhlich prosperierende Lebensmittelmottenzucht, die wirft am Tag so 3 - 5 Tiere ab, die bisher sinnlos sterben, kann man die als Beifutter verwenden?

    Vor reichlich zwei Wochen habe ich mir den Arbeitsschreibtischtraum erfüllt und mich für eine Safari in der Lausitz ins Auto gesetzt.

    Der Tagebau Reichwalde am Nordrand Sachsens ist das Epizentrum der hiesigen Population, in den Publikationen wird gern der Hermannsdorfer Radweg als Fundort geführt, den bin ich zwei Stunden abgeschlendert und habe die Randvegetation durchgemustert, ohne Erfolg.

    Dann bin ich ein Stück in die Renaturierungszone reingelaufen, und schließlich hatte ich eine!

    Der erste Gedankenimpuls war "Maus". Huschende, ruckartige Bewegung am Boden. Dort war Sand, einige Gräser, und ein paar Ruderalstauden, ein Totholzstapel nahebei. Ein schönes braunes, dickes Weibchen. Hab es eine halbe Stunde lang beobachtet und zigmal fotografiert, es lief vorwiegend am Boden; als ich es fand, hatte es noch eine halbe Blauflüglige Ödlandschrecke im Fangarm. Die war rasch weggeputzt, und in der halben Stunde legte es an die zehn Meter zurück, lief ruckartig am Boden, starrte auf Schrecken, die sie nicht erreichen konnte, und auf Ameisen, die sie hätte erreichen können, aber nicht annahm, kletterte auf Gräser bis in 20, 30 cm Höhe, und war insgesamt erstaunlich mobil für einen "Lauerjäger".

    Hier sind Fotos mit Habitatbildern. Das zweite ist ein Suchblid ;).

    Für die Argwöhner: natürlich habe ich sie dort gelassen.

    Es war ein großartiges Erlebnis.

    Ich habe die Gelegenheit, eine subadulte Blepharopsis mendica zu übernehmen, habe mich belesen, und besitze ein 45x30x30 Exo Terra.

    Es gibt viel zu lesen, was man füttern sollte, und was nicht, aber ich finde keinen Angaben zu den Mengen. Mal ausgehend von Fliegen aus Maden, wieviele sollte man, sagen wir im Monat, etwa einplanen? Ich will sie nicht abzählen, aber so eine grobe Größenordnung?

    Die bisherige Besitzerin füttert angeblich einmal in der Woche, das kommt mir sehr wenig vor für ein Tier, daß eigentlich ständig alert ist und wohl einen rel. hohen Stoffwechsel haben müßte?