Jagdverhalten und "Lernvermögen"

  • Guten Morgen allerseits!

    Ich habe hier einen interessanten Bericht zu einer Fische "Guppys" jagenden Mantide (Hierodula Männchen) gelesen. Das Männchen saß anscheinend an einem Teich auf einem Seerosenblatt und lauerte dort Jungfischen auf. Wäre ja nun nicht so extrem ungewöhnlich. Aber das Tier hatte wohl Geschmack an den Fischen......es kam laut Beobachter an 5 aufeinander folgenden Tagen immer wieder an den Teich und fing insgesamt 9 Fische. Es war auch immer abends/nachts als es schon dunkel war.

    Das wirft doch einige Fragen auf! Anscheinend hat ihr die Dunkelheit keine Probleme beim Jagen der Fische bereitet!

    Zweitens hat sie wohl aus ihrem ersten schmackhaften Fang gelernt und sich den Ort eingeprägt. Männchen sind ja recht gut Flieger. Möglich dass er den Teich täglich wieder angeflogen hat!

    Finde diese Beobachtung welche wohl letztes Jahr gemacht wurde äußerst interessant!

    Wirft ein neues Licht auf die "Lernfähigkeit" von Mantiden.


    Grüße


    Sven

  • halte ich persönlich für ein Gerücht. Adulte Männchen fressen relativ wenig und sind gerade nachts auf der Suche nach Weibchen.


    Die Dunkelheit wäre aber weniger das Problem, sie sind nachts noch offener Unterwegs als tags, auch fliegen sie deutlich mehr.


    Sie reagieren auf Bewegung. Sollte an einem Platz vermehrt Bewegung passender Größe sein setzen sie sich einfach mal um. So kommt es auch öfter mal vor das große Gattungen Kolibris erbeuten indem sie sich in die Nähe von deren Futterstellen setzen.

  • hmm...würde ich jetzt nicht unter Gerücht abhaken ;-)

    Siehe hier der Bericht....ist ja auch ein sehr kleiner Teich(mini) mit kleinen "Guppys".

    Könnte ich mir schon vorstellen dass die Beobachtung war ist!!


    Sven

  • Google gibt einiges dazu her. Unter anderem: jenes oder jenes

    Ich liebe eine ganz besondere Frau
    Sie ist anderen Männern niemals abgeneigt
    Das stört mich nicht, denn eines weiß ich ganz genau
    Sie hat sie halt zum Fressen gern

  • Guten Abend,


    prinzipiell fangen Gottesanbeterinnen alles, was einen Beutereiz auf sie ausübt. Im Terrarium kann das im Zweifel auch mal eine alte Häutung sein (wenn diese sich in einem Luftzug bewegt). Daraus würde ich nun nicht eine bestimmte Verhaltensweise ableiten.

    Außerdem glaube ich nicht, dass man feststellen kann dass es sich immer um das selbe Männchen handelte. Das ist wieder Interpretation. Nochmal erheblich fragwürdiger ist, ob ein einzelnes Männchen (auch einer größeren Art!) so viele Fische in so kurzer Zeit fressen können dürfte... ich empfinde den Artikel doch schon als recht reißerisch...


    Azrael : deinen zweiten Link zu einem youtube Video habe ich entfernt. Das schien mir in Gefangenschaft aufgenommen. Das Gottesanbeterinnen unter umständen Fische fangen ist nichts neues. Das zu forcieren halte ich aber zumindest für tierschutzrechtlich fragwürdig. Ein Fisch ist auch ein Wirbeltier und ihnen dürfen keine vermeidbaren Schmerzen zugefügt werden. Ich glaube wir sind uns alle einig, dass es vermeidbar ist Fische an Mantiden zu verfüttern...


    Grüße,

    Regina

    "Jetzt koch ich Mama"

    Satzzeichen können Leben retten

  • Hallo.


    Also man kann von dem Artikel halten, was man will, aber zumindest wurde der gegengelesen und für abdruckreif befunden, was man vom meisten Geseiere im Netz nicht sagen kann.


    Was nun die Ausgangsfrage angeht, so gibt es das tatsächlich. Ja, Mantiden und auch andere invertebrate Räuber sind zu rudimentären Lernprozessen in der Lage (etwa, wenn eine Beute lohnt, dann wird sie vermehrt gefangen, wenn sie nicht lohnt, weil z.B. giftig, weniger). Außerdem besitzen sie angeborene "Jagdprogramme", die je nach Beute abgerufen werden. Mantiden, die Ameisen fressen, jagen diese z.B. anders als andere Beute. Das nennt sich Prädationsversatilität oder Polyspezialisierung. Besonders bekannt ist der Fall der Springspinne Portia.


    Also, bevor man das, was andere schreiben, abtut und was man über Mantiden zu wissen glaubt nur an seinen Terrarientieren beobachtet hat, sollte man kleinere Brötchen backen und zugeben, dass es Verhaltensweisen bei Mantiden gibt oder geben könnte, die man noch nicht kennt.


    VGC

    Die Gottesanbeterin hatte,
    Ihr Männi zum Fressen gern;
    Sie schlang eine Portion Gatte
    Und lobte mit Rülpsen den Herrn.

  • nunja das Gegenlesen eines Berichtes erbringt keine Sicherheit das der Ablauf auch so stattgefunden hat und das es wirklich das selbe Tier war.


    Und mal ehrlich wir schreiben von "Glauben" und "Halten" um das Thema (im Besonderen um gerade das Jagen von Fischen), da bleibt auch Luft fürs Berichtigen.

    Mal ganz ab davon das sowas nur von wenigen gesagt werden kann, aber irgendwie findet sowas den Weg in die Foren nur als, oftmals einmalige Richtigstellung.

  • Der Punkt ist, ihr wisst es nicht. Und unterstellt einfach was. Wenn man einen wissenschaftlichen Artikel kritisieren oder gar widerlegen will, braucht man entsprechend gegenteilige Daten, die wissenschaftlich erhoben wurden, besser sogar mehr als die Daten des kritisierten Artikels. Ab und zu mal einen Blick in seine Terrarien zu werfen ist ja schön, ich mache es auch, aber das sind keine wissenschaftlich erhobenen Daten. Und was viele über ihre Mantiden zu wissen glauben, hat sich sehr oft als Unfug herausgestellt. Man muss nur die Foren bemühen, oder, wenn man wirklich kotzen möchte, das Fratzenbuch.

    Die Gottesanbeterin hatte,
    Ihr Männi zum Fressen gern;
    Sie schlang eine Portion Gatte
    Und lobte mit Rülpsen den Herrn.

  • Die Aktion mit den Gubbys wurde ernsthaft als wissenschaftlicher Artikel herausgebracht ?


    Facebook ist das reinste Sammelloch alter Ansichten und Theorien. Mit den Foren schon kein Vergleich mehr. Aber ja es geht immer darum Neuerkenntnisse überhaupt annehmen zu wollen.


    Ich zweifele auch nicht das Thema hier generell mehr an. Nur der Sachverhalt um das Gubby fressende adulte Männchen macht mich stutzig. Zweifel zu äußern darf man ja noch 😉

  • @ Gabriel: ja, der wissenschaftliche Beitrag wurde doch weiter oben verlinkt.

    hier nochmal: Link


    Da er auch noch aus Indien stammt und auf dem ersten Bild nen doch sehr kleinen Fisch zeigt, halte ich eine Rückkehr für nicht ausgeschlossen, genauso wenig, dass auch weitere Artgenossen so jagen.


    Desweiteren ist auch zu beachten, dass es sich hier um Hierodula tenuidentata handelt und die vielleicht etwas anders ticken als lediglich Artverwandte und über Generationen nur in Gefangenschaft gezüchteten , ich nenn sie jetzt mal "denaturalisierten" Zuchtlinien, die immer mit den vorgeschlagenen und empfohlenen Futter ernährt werden.

    Auch die Rückentwicklung und Degenerierung was Instinkte angeht sind Teil der evolutionären Anpassung und nachdem ich das hier gesehen habe, halte ich so ziemlich viel für möglich.


    Gottesanbeterinnen - Die Kung Fu Killer der Insektenwelt (so ziemlich zum Schluß bei Minute 28:10)


    Das ist doch ziemlich heftiger Tobak, konnte das zuerst gar nicht glauben, dass sie aktiv einen Gecko nachjagt.


    eine generell eine sehr schöne Doku, wo auch mal in Deutschland freilebende Gottesanbeterinnen erwähnt werden

  • man möge es mir nachsehen, aber ich bleibe der Sache trotzdem skeptisch gegenüber. Zuviele mögliche Variabeln einfach.


    Ob Mantodeen in Gefangenschaft gewisse Verhaltensweisen verlieren kommt mir auch weit hergeholt vor. In Natura ist der Ausfall wesentlich höher als bei gut in Zucht laufender Stämme in Gefangenschaft. Sie werden ausselktiert.

    Gut die Art ist mir im Verhalten auch unbekannt, aber was bisher andere Vertreter dieser Gattung gezeigt haben ist da wenig Luft für abweichende Reaktionen.


    Einige der großen Arten fressen nahezu alles was sie überwältigen können. Da passt teils auch das für die Kamera herbeigeführte Jagen. Aber das sie sich immer mit der größten und womöglichst wehrhaftesten Beute auseinandersetzen ... eher nicht. Es wird gefressen was zu bekommen ist und auch gefressen wird.

  • bin da ganz bei Dir und sehe das auch alles eher als Ausnahme an, aber so ist nunmal Mutter Natur und die Evolution, es wird gemäß trial and error alles ausprobiert, manches funktioniert (und es entwickelt sich eventuell ne ganz neue Spezies, deren spezielles Verhalten später zum generalisiertern Verhalten wird), d.h. speziell auf Kleinfischfang ausgerichtere Mantiden in ein paar Tausend Generationen und manche untauglichen Versuche gehen derart in die Hose, dass sich eben nix Neues evolutionär entwickelt....thats evolution!