Beiträge von Atlantis-Mantis

    Hi.


    Ja, sieht irgendwie nach einer Entwicklungsstörung aus. Dieses Tier kann man nicht zur Zucht verwenden. ich würde es gerne nach dem Ableben (oder auch vorher) für Studienzwecke haben. Ich vergleiche dann die Genitalien mit denen normaler Männchen.


    Danke und VG

    Zwei Dinge sollte man bei Wibellosen nicht verwechseln: unnötiges Leiden und Schmerzen. Ob Tiere wie Insekten Schmerz im gleichen Maße wie Wirbeltiere empfinden, ist noch nicht eindeutig geklärt. Vieles spricht dafür, dass das nicht der Fall ist, etwa, wenn angefressene Insekten noch eine Weile weiterleben und scheinbar nur wenig beinträchtigt sind. Andererseits haben sie Sensoren für Wärme und Chemikalien. Das unnötige Vegetieren bei Lebensunfähigkeit (Verletzungen, Fehlhäutungen, Alter) sollte man ihnen als Hobbyist trotzdem ersparen. Tiefkühlfach, Äther, Alkohol, das sind alles gute, probate Mittel, am einfachsten kann man auch mit einem Schuh draufhauen, das dauert eine Millisekunde. Hat man größere Tiere, kann man die betreffende Mantiden auch verfüttern. Die Frage ist also weniger, wie, als vielmehr dass man es tun sollte. Dass wir hier von schnellen oder schonenden Methoden reden, versteht sich von selbst, alles andere ist nicht mal eine Diskussion wert.

    Vor allem, wenn im Wasser auch Bewohner sind, gibt es sicher Probleme: was kleiner als Guppys ist, wird nicht selten von Mantiden aus dem Wasser gezogen (gibt tatsächlich Publikationen zu sowas), hat man Barsche oder Schildkröten drin, hat man über kurz oder lang keine Mantiden mahr im Becken.


    Was die Schwimmfähigkeit angeht, so scheint die damit zusammenzuhängen, ob im Lebensraum der betreffenden Art Überschwemmungen häufig sind.

    Ach, die gabs hier auch, nur interessiert sich niemand für solche Arten, also verschwinden die recht bald wieder aus der Zucht. Aufwand betreiben lohnt ja nur, wenn man die NZen auch losbekommt. Dass jetzt nach zwei Jahren mal wieder jemand danach gefragt hat, ändert ja auch nichts an der Gesamtsituation. Dieses Schicksal teilen ja die meisten Arten, die neu in Zucht sind. Ist ein typisches Beispiel fürs übersättigte Deutschland. Gäbe es bei uns nur 4 Arten in Zucht, würden einem alle diese kleinen Sachen aus den Händen gerissen.

    Hallo.


    Man merkt oft, dass manchen Leuten das nötige Gespür dafür fehlt, was Tiere brauchen, wie sie funktionieren und wie sie sich voneinander unterscheiden. Deshalb gibt es immer wieder welche, die alle Gottesanbeterinnen gleich füttern und die ein tierisches X nicht von einem U unterscheiden können. Das ist zum Glück zum Teil Erfahrungssache, und die meisten kriegen noch die Kurve. Doch gibt es auch die Unbelehrbaren, die alles besser wissen und jene mit dem Schwarzen Daumen, denen jegliches biologisches Verständnis abgeht, egal wie lange sie es machen (z. B. jene, die seit Jahren Mantiden auf Börsen in vollgesprühten, tropfnassen Dosen anbieten). Ich meine jetzt niemanden Bestimmten hier, ich habe das nur allgemein geschildert. Das erklärt nämlich ganz gut, wieso sich manche Fehlinfo über Jahre und Jahrzehnte hält - eben so lange, wie der Betreffende aktiv ist und sein Geblubber verbreitet. Hier muss ich dann doch ordentliche Publikationsorgane und auch Foren gegenüber Fratzenbuch, Gezwitscher und Co hervorheben, denn da gibt es immer Kontrollgremien, die auf das, was letztlich erscheint oder nach dem Erscheinen bleibt, erheblichen Einfluss haben. Denn generell muss man sagen, dass im Internet hauptsächlich Blödsinn steht (fängt bei Fantasienamen an bis hin zum Füttern der Futtertiere), und das Trennen der sinnvollen Information vom Unfug ist gar nicht so einfach. Und der Wille, ein Fachwerk zur Hand zu nehmen, ist ja gerade bei denen, die am lautesten tönen, oft am geringsten ausgeprägt.


    VG

    Ich denke nicht, dass die aktuell in Zucht sind; womöglich aber in Anzucht, weil ja öfter mal welche gefunden bzw. aus Amerika erstanden werden. Eine dauerhafte Zucht dieser Arten ist nicht ganz so einfach, aber möglich. Generell sind Arten der gemäßigten Zone etwas heikel bei der Zucht. Tenodera etwa kümmert oft, wenn sie nicht ordentliche Bedingungen bekommen.

    Ihr habt zwar alle im Grunde zum Teil recht, es ist aber nicht alles negativ zu bewerten. Börsen enstanden zu einer Zeit, als es kein Internet gab, und man schon Monate im Voraus wissen musste, wer wo sein wird. Es sind heute nicht weniger Hobbyzüchter als früher, aber man ist besser vernetzt, trifft sich auf selbstorganisierten Events und bietet auch Tiere online an, so dass der Börsengang per se nicht mehr unbedingt immer nötig ist.


    Dazu kommt dann erschwerend hinzu, dass sich manche Veranstalter bis aufs Blut bekriegen und/oder diverse Allüren an den Tag legen, Futtertier-, Zubehör- und Terrarienhändler ungleich behandelt werden und die Deutschen generell alles für selbstverständlich nehmen, aber selber Geizhälse ohne Ende sind. Börsen wie Hamm, Wien, Prag, oder auch Houten leben davon, international zu sein, und es ist das internationale Publikum, dass den Umsatz bringt. Gäbe es die nicht, würden besagte Börsen genauso rumdümpeln wie jene in Süddeutschland. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Berlin, das Ruhrgebiet und einige Ecken in Norddeutschland Ballungszentren sind, da gibt es schon rein statistisch mehr Hobbyhalter.


    Letztlich spielen auch Gesetze eine Rolle: wenn man nichts Interessantes mehr halten darf, wandert man weg oder gibt die Zucht auf, und das kostet auch Aussteller und Kunden. Sind ja nicht alles Mantidenhalter - man muss nur mal die Spinnentier-Leute fragen.


    Ich denke also nicht, dass es weniger Züchter gibt, nur dass die Rahmenbedingungen schlechter geworden sind, und diese sich deshalb anderen Wegen zuwenden, an ihre Tiere zu kommen bzw. diese an den Mann/die Frau zu bringen. Und ja, das ist die Schuld der Behörden aufgrund von falsch verstandenem oder falsch angewandtem Tierschutz. Man muss sich nur mal die Frage stellen, wieso Kinder und Jugendliche keine Insekten mehr sammeln oder Kaulquappen großziehen dürfen, aber die Bauernschaft fleißig Glyphosat und Gülle ausbringen und IKEA Filialen in Hamsterwiesen setzen dürfen, oder Bahnhöfe und Flughäfen immer genau da gebaut werden müssen, wo alte Eichen, Wiesenbrüter oder Eidechsen vorkommen.


    Man könnte mehr erreichen, wenn die Leute zusammenhalten statt sich bekriegen und den Tieren den Wert beimessen würden, den sie verdienen. Solange Leute ihre Wildfänge billiger anbieten als NZen, sehe ich da auch keinen Willen zur Einsicht, geschweige denn Besserung.

    Wenn es zu trocken oder zu warm ist gehen die subadult in so eine Art Diapause, also um die 30° halten (hast Du ja) und etwas feuchter halten. Generell legen Tiere öfters mal eine Fresspause ein, diese werden länger, je älter sie werden. Also erstmal keine Sorgen machen, wenn er will, wird er schon fressen. Gerade eine neue Umgebung ist stressig für die Tiere, die checken dann erstmal die Lage.