Beiträge von Atlantis-Mantis

    Also generell stimmt es zwar, dass wir in den Zuchten selektieren, aber nicht auf längere Lebensdauer hin, sondern auf unsere Terrarienbedingungen. Lebensspannen über ein Jahr ab adult sind die absolute Ausnahme, und meistens stimmen Aussagen von Tieren, die älter wurden, nicht. Soll nicht heißen, dass es nie vorkommt, aber wie auch schon bei Größenangaben stellt sich schnell raus, wenn man wirklich Daten sammelt, dass die meisten uralten Tiere weniger lang gelebt haben, als einem die Erinnerung weismachen will.


    Man muss auch unterscheiden zwischen aus der Reihe schlagenden Einzeltieren und tatsächlich langlebigen Arten. Die meisten alten Hierodula & Co. gehören zur ersten Kategorie, denn meist bleiben Weibchen dieser Arten unter einem Jahr. Und ja, unbefruchtete Weibchen leben länger. Zu den Gattungen, deren Arten im allgemeinen sehr alt werden, gehören Choeradodis (auch wissenschaftlich nachgewiesen), Acanthops und verwandte Gattungen, Stenophylla, Tagalomantis und Deroplatys. Gibt noch paar mehr, aber nicht viele. Im Unterschied zur den ganzen Einzeltieren, von denen die Leute erzählen, werden Weibchen dieser Gruppen regelmäßig sehr alt und können das auch in freier Wildbahn werden, wenn sie nicht gefressen werden oder ähnliches. Es gibt eine leichte Korrelation zwischen Fortpflanzungsstrategie, Tarnungs"aufwand" und Lebensdauer. D.h. brutpflegende Arten werden generell älter (wenn auch nicht immer über ein Jahr) als nicht brutpflegende, und Mimese betreibende Arten werden auch tendenziell älter als eher allgemein getarnte.

    Oha... solche wieder hier.


    Sicher macht Australien Fehler noch und nöcher, und die Brände haben mit der Klimaerwärmung allein nichts zu tun, obwohl da sicher eine Verstärkung im Gange war. Dass der Mensch aber ursächlich für den für erdgeschichtliche Maßstäbe extrem schnellen Klimawandel ist, ist durch eine ganze Menge an Daten beweisen. Diesen Aspekt klammere ich aus, denn ich habe echt Besseres zu tun, als mich mit Klimawandelleugnern rumzuschlagen.


    Ich antworte hier nur wegen was anderem: dass Ureinwohner schonend mit der Umwelt umgehen, ist ein Mythos. Überall, wo der Mensch hinkam, hat er zuallerst die Megafauna ausgerottet, und dabei gleichzeitig oder etwas später die ursprünglichen Habitate (meist Wälder irgendeiner Art) durch Feuer verhunzt. Pollenanalysen zeigen meistens, dass über die Hälfte aller ussprünglichen Pflanzen ausgestorben oder soweit zurückgedrängt wurden, dass sie keine Rolle mehr im Waldbestand spielen, sobald der Mensch da brandstiftet. Die angeblich so gut an Feuer angepassten australischen Landschaften sind ein rein künstlicher Lebensraum, der durch regelmäßige Brandstiftungen am "Leben" gehalten wird. Ich meine jetzt nicht die kolossalen Brände, die jetzt gewütet haben, sondern das. was die Aborigenes vor der Besiedlung durch die Europäer praktizierten. Sowas wie Eukalyptuswälder gab es vor der Entdeckung des Kontinents durch H. sapiens nicht, es gab Wälder, die auch Eukalyptusarten enthielten. Australien war fast komplett und dicht bewaldet (bis auf vielleicht das tiefe Innere), und viel feuchter als es heute ist. Dann kam der Mensch, verspeiste alles was nicht schnell genug war und fackelte später die Landschaft ab, um auch noch die letzten Exemplare aus dem Unterholz zu treiben. Was dann übrig blieb, hatte mit dem, was eigentlich da war, nicht mehr viel zu tun.


    Ähnliches geschah auf Neuseeland, in den Amerikas, in Afrika (wo Miombo-Trockenwald und weniger Savannen das Landschaftsbild prägen sollte) und in Europa. Was wir an Wälder haben, auch die, die noch im Mittelalter da waren, hat nichts mit einer natürlichen Waldbedeckung zu tun. Der Einfluss der Megafauna fehlt. Auch die Tundra ist eine unnatürlich feuchte Landschaft, denn eigentlich sollte in den meisten borealen Gebieten die relativ trockene Mammutsteppe vorherrschen.


    Also es wäre sinnvoller, weniger die Ureinwohner zu loben, denn die sind kaum besser als unsereins, sie haben nur nicht die Mittel gehabt, es "richtig" krachen zu lassen. Der Mensch ist der schlimmste ökologische Faktor, den der Planet je gesehen hat, und statt das Artensterben herunterzuspielen und Klimawandel-Leugnungspropaganda hier zu verbreiten, sollte mehr auf die Verantwortung hingewiesen werden, die wir als Spezies haben.

    Dass Mantiden für sie ungewöhnliche Stoffe aufnehmen, ist nichts Neues. Gibt Berichte übert die Aufnahme von Früchten, Honig oder Pollen. Dass man diverse Zucker im Darminhalt findet, ist dagegen kein Indiz, dass soolche Stoffe aufgenommen werden. Zum anderen enthalten viele Beutetiere Zucker im Darm, weil sie Pollinatoren sind, zum anderen sind Zucker auch Ergebnisse oder Zwischenergebnisse des Stoffwechsels.


    Die Frage ist weniger, ob Mantiden Honigh fressen, sondern vielmehr, ob das Sinn macht. Es ist eines, seine Fliegen mit Honig zu füttern, weil die derlei Futter (Nektar) auch in der Natur aufnehmen und verwerten können, und was anderes einem Räuber sowas zu geben. Sicher wird es zurzzeitig vertragen, kann sogar dazu dienen, nahrungsarme Zeiten zu überdauern, aber man muss sich klarmachen, dass die Verdauung eines Räubers auf proteinreiche Nahrung ausgelegt ist.


    Solange also der Zweck nicht ist, Räuber vegan ernähren zu wollen, kann man solche Experimente durchführen, Immer natürlich mit dem Risiko, dass der eine oder andere Proband das Zeitliche segnet.

    Das ist Polyspilota aeruginosa. An sich eine anspruchlose Art. Aber unbestimmte Todesfälle und das Symptom des verhärteten Abdomens sind bei im Terrarium gehaltenen Mantodea nicht selten. Sind in der Regel auf falsche Haltungsbedingungen zurückzuführen. Vor allem die Kombination zu viel füttern (seht mal, wie dick das Tier ist) bei zu kühler Umgebungstemperatur ist die klassiche Ursache. Das kann bei einzelnen Exemplaren leicht verschieden aussehen, manchnal tritt was aus, manchmal nicht. Jedenfalls hat das nichts mit Inzucht, Krebs usw. zu tun, sondern damit, dass die Nahrung im Darm schlecht verdaut wird und zu faulen anfängt.

    Inzucht? Also wird das jetzt wieder ausgegraben?

    Bisher ist mir kein Symptom bei Mantiden untergekommen, das auf Inzucht zurückzuführen ist. Wohl aber auf falsche Haltungsbedingungen, Alters- oder Krankheitssymptome. Da wird schnell die Schuld auf die ominöse Inzucht geschoben, anstatt Fehler bei der Haltung in Betracht zu ziehen. Ist ja auch klar, dann wäre ja der Hobbyist schuld, und das darf es natürlich nicht sein.

    Ich sehe zwar auf den Bildern auch nicht viel, aber spontan würde ich auf Darmvorfall oder Oothekenmaterial tippen.

    Und sowas wie Krebs ist es auch nicht. Woher kommen nur immer diese Schwachsinns-Ideen? :pillepalle:

    Wenn man keine Ahnung hat, dann ist nicht antworten die bessere Option, anstatt immer neue urbane Hobbylegenden in die Welt zu setzen.

    Exo-Factory ist berüchtigt, also Vorsicht. Was einigermaßen geht, ist tauschen. Aber gerade Chlidonoptera lestoni stammt ja von deutschen Züchtern und wird auch weiterhin angeboten, also wieso auf dubiosen Seiten bestellen?

    Sphodromantis sp. "Giant", soso... ist fast genauso gut wie "Alalomantis coxalis" damals... Diese Deppen, die dauernd irgendwelche Namen vergeben müssen, obwohl sie von tuten und blasen keine Ahnung haben. Ich meine natürlich nicht die Käufer hier, sondern den, der den Mist zuerst verbockt hat.


    Bei der Art handelt es sich in der Tat um Polyspilota aeruginosa.

    Der Punkt ist, ihr wisst es nicht. Und unterstellt einfach was. Wenn man einen wissenschaftlichen Artikel kritisieren oder gar widerlegen will, braucht man entsprechend gegenteilige Daten, die wissenschaftlich erhoben wurden, besser sogar mehr als die Daten des kritisierten Artikels. Ab und zu mal einen Blick in seine Terrarien zu werfen ist ja schön, ich mache es auch, aber das sind keine wissenschaftlich erhobenen Daten. Und was viele über ihre Mantiden zu wissen glauben, hat sich sehr oft als Unfug herausgestellt. Man muss nur die Foren bemühen, oder, wenn man wirklich kotzen möchte, das Fratzenbuch.