Überlebenschancen der Hymenopus coronatus

  • Zu Beginn mal der Steckbrief..


    Art (wissenschaftlicher Name): Hymenopus coronatus
    Larvenstadium / adult: Adult
    falls adult, seit wann: seit heute
    falls bekannt Geschlecht: Weiblich
    letzte Häutung: heute, subadult am 26.12.15


    Temperatur tags (oben / unten im Terrarium): Oben: ca. 31ºC/ Unten: ca. 25ºC
    Temperatur nachts: 22ºC
    Luftfeuchtigkeit tags:60%- 70%
    Luftfeuchtigkeit nachts: 80%


    was wird gefüttert: hauptsächlich Fliegen, einmal (!) ein Heimchen ( ohne sichtbare Milben und vorher gut amgefüttert)
    was wurde zuletzt gefüttert: Fliegen
    wann wurde zuletzt gefüttert: ca. am 12.01


    Nun komme ich zu meinem/unserem Problem.. ich habe das kleine Weibchen am 20.12 bekommen, da war es subsubadult, nun hat es sich endlich zum adulten Tier gehäutet!
    Die Häutung habe ich von Anfang an miterlebt.
    Stattgefunden hat diese leider an der Rückwand des Terrariums ( 45x45x60) bei rund 75% Luftfeuchtigkeit und 30ºC. Auffällig war das der rechte Fangarm stecken blieb und der Rest immer weiter herauskam. Dadurch hat sie sich fast durchgehend auf die rechte Seite gedreht und hat weitergepumpt. Nach rund 20 min ist der Körper herausgekommen und sie hat sich mit dem Kopf nach oben gedreht, der Hinterteil nach unten. Der Fangarm blieb in der alten Haut stecken. Nach 30 min tat mir das Tier so leid das ich geholfen habe, der Fangarm war jedoch schon hart und hing nurnoch runter.. ebenfalls ihr rechtes Vorderbeine ist verdreht und guckt über ihr rechtes Hinterbein.
    Nun hengt sie an der Wand, hält sich nur mit dem linken Fangarm und dem linken Vorderbein fest.. die Flügel sind gleich komplett aufgeblasen und die Häutung somit beendet.


    Die Frage ist jetzt, hat eine solche "Gestalt" Überlebenschancen? Kann sie Beute selbstständig mit einem Fangarm erbeuten? Reicht ihr das Hinterbein auf der rechten Seite zum gehen? ( Linke Seite ist alles in Ordnung, rechts ist nur das Hinterbein intakt)
    Bilder werde ich gleich machen und versuchen hochzuladen..
    Danke für jede Antwort und gute Ratschläge .. :(


    LG Daniel...

  • Hallo Daniel,


    prinzipiell gilt, die Tiere können mehr ab, als wir denken. Theoretisch sollte ein funktionsloser Fangarm und ein funktionsloses Schreitbein das Tier nicht soweit einschränken, dass es nicht überlebensfähig ist. Allerdings wirst du erst im laufe der nächten Tage sehen, wieweit die Verformungen sie einschränken.
    Manchmal kommt man dann nicht drum rum, möchte man das Tier am Leben erhalten, z.B. den Fangarm abzuschneiden. Andernfalls, wenn sie z.B. immer wieder damit hängen bleiben, kann es sein, dass sie das auch selber machen. Sollte eines von beidem passieren, Luftfeuchtigkeit runter fahren und sauber halten, damit es zu keiner Infektion kommt.


    Warte einfach mal die nächsten paar Tage ab, nach etwa einer Woche sollte sie spätestens wieder fressen, dann siehst du auch, wie sie mit dem funktionstüchtiges Fangarm klar kommt.


    Grüßle,
    Regina


    P.S.: Vielleicht kannst du auch nochmal Fotos vom Terrarium einstellen, evtl. können wir dir da noch Tipps geben... oftmals hängt's auch daran, wenn es zu Problemen bei der Häutung kommt. Die Haltungsparameter sind sonst gut.

  • Man könnte sogar soweit gehen, zu sagen, dass Mantodeen die Fähigkeit haben, zu lernen, mit einer "Behinderung" umzugehen.
    Klingt gesponnen, aber meine Erfahrungen haben das immer wieder gezeigt.
    Natürlich hängt es auch von der Art und der Schwere der Behinderung bzw. Deformierung von Gliedmaßen ab.
    In vielen Fällen lief es bei mir so, dass ein Tier eine Fehlhäutung erlitt und ich es eigentlich schon abgeschrieben hatte, gar schon in den Froster verfrachten wollte.
    Doch dann konnte man beobachten, dass dieses mitleiderweckende Tier von Tag zu Tag einen immer besser werdenden Eindruck machte.


    Neulich erst wurde eines meiner Idolosmantis Männchen, bei der Subadulthäutung, von einem Artgenossen angeknabbert. Als ich es bemerkte und dazwischen gehen konnte war das hintere rechte Schreitbein schon komplett verloren. Durch die Störung war auch das vordere rechte Schreitbein stark deformiert.
    Nachdem er fertig war machte er natürlich einen eher kläglichen Eindruck. Er konnte sich nur mit Mühe festhalten und das deformierte Schreitbein hing ihm immer zwische den Fangarmen.
    zwei Tage später war das Schreitbein weg. Ich vermute er hat es sich selbst amputiert. Jetzt hängt er mit seinen beiden übrigen Schreitbeinen, wohlgemerkt auf einer Seite, zwischen den anderen und steht ihnen in nichts nach.
    Zwar bezweifle ich, dass es so die Adulthäutung packen wird, aber dass er sich so gut macht, hätte ich nicht erwartet.


    Also wie Regina schon schrieb, beobachte das Tier ein paar Tage.
    Du wirst sehen, ob das Tier zurecht kommt oder nicht.


    MfG Nico

  • Vielen Dank .. :)


    Habe sie mir gerade nochmal angeschaut und raus genommen.. das Tier kann sich nicht einmal fortbewegen :(
    Ich werde nun ein paar Tage abwarten und gucken wie sie sich macht..
    Halte euch auf dem Laufenden!
    Wäre natürlich sehr sehr toll wenn sie diese Fehlhäutung überlebt :)
    Meint ihr sie könnte noch Ooktheken produzieren, geschweige denn legen? Könnte sie, falls sie es überlebt, noch befruchtet werden?


    LG Daniel

  • Hey,


    schlecht zu sehen, aber ist das die Originale Alugaze an der Decke ?


    Ansonsten ist das Becken sehr spartanisch eingerichtet. Mit genug nutzbaren Ästen wärs vermutlich nicht so ausgegangen :(
    Zu Orchideen bei Hymenopus kann ich nur wieder sagen die Viecher wissen nicht das sie sich in die Blüten setzen sollen. In Natura sitzen sie auch nicht ausschließlich in Blütenständen von Pflanzen sondern eher an den Spitzen von Bäumen und Sträuchern.


    Liebe Grüße
    Tobias

  • Zu wenige Möglichkeiten für das Tier sich aufzuhalten bis eben auf die Decke. Senkrechte Äste werden selten aufgesucht und wenn dann nicht sehr lange. Waagrecht eingebrachte Äste sind hier besser und davon nicht zu wenige. Hab zum Beispiel aus dem Stehgreif keine Ahnung wieviele Äste ich in den Becken drinnen hab.
    Dachte ich hab irgendwo mal ein Bild dazu eingestellt von einem meiner Becken. Nix Großes und auch meist nur mit Hierodula besetzt, aber vom Grundsatz her häst reingepasst ... Reichs morgen nach ;)


    Edit : gerade erst aufgefallen das deine "Äste" gar keine sind sondern Bambus. Die Viecher können das Zeugs garnicht wirklich nutzen da zu glatt. Umso weniger Möglichkeiten blieben da. Vermute mal die Decke ist auch unbespannt und die reine Alugaze noch drauf. An sich nicht der Renner, aber gerade bei sensibleren Arten wie eben Hymenopus coronatus ohne Ausweichmöglichkeiten nicht umsetzbar. Bei genug begehbaren Ästen meiden die Tiere ihnen unangenehmen Flächen insoweit die Parameter passen.

  • Hallo nemesis09,
    vielleicht kannst du mir sagen wie ich ein Fangarm amputiere ? :o
    Ich weiß leider nicht wo ich die Haut durchtrennen sollte..
    Mitten im Gelenk? Der KOMPLETTE Fangarm? Kann mir nichts drunter vorstellen..


    LG Daniel

  • Erstmal abwarten bis das Tier ausgehärtet ist und wie es mit dem Macken alleine auskommt. Vielleicht kippt es auch vorher noch weg. Jetzt schon an dem Tier rumzuschnippeln ist unnötig in meinen Augen.

  • Was du leider nicht wissen kannst, der "unbrauchbare" Fangarm blockiert ihr rechtes Hinterbein. Dieses ermöglicht es ihr langsam, aber hoffentlich sicher voran zukommen.. es ist leicht halbkreisförmig :/
    Ein wenig laufen kann sie, sogar kopfüber, aber dabei stört halt der Fangarm.. aber dann warte ich noch ein paar Tage, danke :)


    liebe Grüße
    Daniel

  • Warte doch einfach noch! Sag nicht einfach: so jetzt hat sie ein paar Stunden Probleme mit dem Arm, also ab damit!
    Die brauchen erstmal eine Weile nach der Häutung um wieder "normal" zu sein, gib ihr Zeit und dann siehst du schon irgendwann ob das Tier zurecht kommt oder nicht....fressen tun sie sowieso eine Weile nichts mehr kurz nach der Häutung. Ob das bei Hymenopus jetzt variiert weiß ich nicht, aber alles mit der Ruhe ;)
    Kannst ja morgen oder so ne Fliege reinschmeißen und sehen was passiert :)


    Gruß Julien

  • Wird Daniel sehen müssen an den Bwegungsabläufen des Tieres. Bevor es blöd hängen bleibt und sich noch nen größeren Schaden antut...ist der saubere Schnitt denke ich die bessere Lösung.


    Daniel, ich würde auch die Einrichtung überdenken....das Tier hat wirklich nicht viel von diesem Becken.


    Grüsse C.

  • Ja, Mist. meiner Erfahrung nach ist solch eine Krümmung ein größeres Problem als irgendwelche appen oder schiefen Beine. Musst mal beobachten, ob sie überhaupt fressen/verdauen kann. Kommt natürlich auch etwas auf den Grad der Verkrümmung an, wenn es nur ein bischen ist, stehen die Chancen gut.


    Viele Grüße, Andrea

  • Sobald sie ein Futtertier sieht dreht sie richtig durch.. leider kann sie ihren linken Fangarm durch die Rechtskrümmung nicht zum Kopf führen.. nichteinmal zupacken kann sie..
    Abwarten.. leiden soll sie natürlich nicht..


    Liebe grüße Daniel