Mantis religiosa Larven im Haus entdeckt - brauche Rat

  • Hallo,
    habe mich hier angemeldet, weil ich Euren Rat brauche. Wir hatten im letzten Sommer Mantis religiosa in unserem Garten (Südbaden). Im Herbst haben wir dann auch eine Oothek im Lavendel an unserer Terasse entdeckt.

    Heute Abend habe ich im Keller eine kleines Insekt (etwa 1/2 cm) an der Wand entdeckt, dass sich bei näherem Hinschauen als Larve einer Gottesanbeterin entpuppt hat. Das konnte ich mir zuerst nicht erklären. Inzwischen habe ich weitere Larven entdeckt und mich auf die Suche nach der Quelle gemacht. Gerade habe ich unter unserem Terrassentisch, den wir im Herbst in den Keller gebracht hatten, eine Oothek und weitere schlüpfende Larven entdeckt. Durch die Wärme im Haus schlüpfen diese offenbar viel zu früh.

    Was soll ich Eurer Meinung nach tun? Seht Ihr eine Möglichkeit die Tiere zu retten?


    Viele Grüße, Michael

  • Hallo Michael,


    die Tiere zu retten sollte durchaus möglich sein, die Frage ist eher wie sieht es da rechtlich aus. Beim rechtlichen habe ich gar keine Ahnung und würde dir da empfehlen, dich an eine offizielle Stelle zu wenden.


    Was die Rettung der Tiere angeht:

    Wenn sich noch sehr klein sind kann man sie zusammen in einem größeren Gefäß halten, einfach auf gute Ventilation achten, am besten Öffnungen mit Fliegengitter abdecken. Etwas Küchenpapier in den Boden legen und anfeuchten, damit ist für die Luftfeuchtigkeit gesorgt. Ein paar kleine Stöcker schaffen mehr Platz zum klettern. Temperatur und Futter sind da etwas kniffliger, zum einen kenne ich die passenden Parameter nicht und zum andern weiß ich nicht wie groß wie kleinen sind. Da müsste dir wer anders aus dem Forum helfen, ich würde jetzt vom Gefühl her sagen einfach eine Schreibtischlampe über das Gefäß, sodass es einfach etwas Wärme bekommt und als Futter evtl. Springschwänze, die bekommt man idR beim Tierhandel um die Ecke.


    Im Zweifelsfall lass die kleinen erst einmal so im Keller, es scheint da ja nicht so eisig zu sein, dass keine Tiere geschlüpft sind, ob das rechtlich aber so in ordnung ist weiß ich auch wieder nicht.


    Grüße

    Fabian

  • Viele Teile bzgl geschützter Arten des Bundesnaturschutzgesetz bezieht sich nur auf wild lebende Tiere. So gilt vor allem, dass man sie nicht der Natur entnehmen darf. Anders verhält es sich, wenn die bei dir im Haus schlüpfen und sich damit in menschlicher Obhut befinden.


    Die Details habe ich nicht im Kopf, aber 100% Gewissheit, wie es sich bei der Religiosa verhält, kann zB das bei dir zuständige Amt für Artenschutz geben.

    Wenn du sie aufziehst, kann es passieren, dass du den Bestand melden musst und bzgl Verkauf/Weitergabe Auflagen bekommst.

  • Hallo,


    Die zuständigen Ämter und Behörden weiß ich nicht was die sagen. Tiere schlüpften im Haus, fertig, da würde ich sie auch lassen. Kommt der nächste Dienstherr von der Tierschutzbehörde wenn du die raussetzt ;) die Haltung war ja nicht geplant!

    Bei welchen Temperaturen sind die den in deinem Keller geschlüpft? ich würde sie so in etwa halten und im Frühjahr aussetzten wenn die Temp. Dem Keller entsprechen.

  • Erst mal vielen Dank für die bisherigen Antworten. Habe die Tiere soweit möglich eingesammelt und zusammen mit der Oothek in einem Glas mit luftdurchlässiger Abdeckung untergebracht. Wie von Fabian vorgeschlagen habe ich auch kleine Stöckchen und angefeuchtetes Küchenpapier eingebracht. Bleibt für den Moment (Sonntag) das Nahrungsproblem. Ich hoffe sie halten durch, bis ich etwas organisieren kann. Die Temperatur hier im Keller (Arbeitszimmer) beträgt übrigens etwa 22 Grad.

    Ich habe zusätzlich die örtlichen Gruppen von NABU und BUND kontaktiert, vielleicht können die helfen. Falls bis dahin noch jemand eine gute Idee (Nahrung) hat sind Tipps jederzeit willkommen.

  • Hallo Michael_BW,


    Wo genau in Baden-Württemberg? In der Zoohandlung bekommst du erst ab Dienstag frisches Futter, mit Glück haben einige noch Reste von der Vorwoche.


    Ich hätte gerade einen Überschuss an Drosophila melanogaster und hydei aus eigener Zucht und wohne in der Nähe von Freiburg, falls das ne Option wäre.

    Grüße

  • Hallo ello,


    Ich bin in Ettenheim, arbeite aber in Freiburg. Allerdings bin ich momentan nicht sehr mobil, da ich bis Dienstag kein Auto habe, also ÖPNV. Dehner in Freiburg soll angeblich Drosophila melanogaster haben und hat morgen auch geöffnet. Ich arbeite dort in der Nähe und probiere das zuerst mal. Falls ich kein Glück habe würde ich noch mal auf Dein Angebot zurück kommen und mich melden.


    Grüße

  • Hab es leider erst so spät gelesen, sonst hätte ich dir heute auch schnell was vorbeifahren können, ich wohne in Umkirch.

    Ja kann sein, aber wie gesagt, da musste Glück haben. Futtertierlieferungen kommen immer Dienstags. D.h. du bekommst mit Glück noch nen alten Ansatz der Vorwoche und die sind dann vielleicht randvoll oder schon die meisten tot.

    Kannst mir gerne bescheidgeben, ab ~16 Uhr wäre ich mobil umd bei mir explodieren gerade die Drosoansätze.

    Grüße, Marco

  • Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Vertreterin der Ordnung der Fangschrecken (Mantodea). In Deutschland ist sie in der Roten Liste der Geradflügler[1] (Rote Liste) in die Kategorie 3 („gefährdet“) eingruppiert und genießt nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonderen Schutz. Deshalb darf sie u. a. weder gefangen noch gehalten werden. Die Art wurde zum Insekt des Jahres 2017 erklärt


    Ich hoffe, bei Zukünftigen Funden hilft das. Die Untere Naturschutzbehörde freut sich über solche Infos, über Vorkommen, Gebiet, ungefähre Anzahl Ootheken und Jung wie Adulte Tiere, damit dies Dokumentiert werden kann.

  • Moin..


    Das Thema ist aus Februar, und der ursprünglich anfragende User schaut hier bestimmt nicht mehr rein. Der Rest der Leute, die mitschreiben, kennen den Schutzstatus von Mantis religiosa sicher aus dem FF.


    Auch unter dem Gesichtspunkt dass die Tiere unter Naturschutz stehen:

    Wenn man einen Schlupf Jungtiere von Mantis religiosa im Februar rauswirft, kann man sie auch gleich in den Tiefkühler werfen.


    In diesem Fall wurde eine Oothek an einen, über den Winter innerhalb eines Hauses gelagerten, Gartentisch geschäumt. Die ist anhand der konstant warmen Temperaturen "zu früh" geschlüpft ist. Hier kann also weder von einem Fang noch von einer (beabsichtigten) Haltung die Rede sein.



    Rechtlich mag's fragwürdig sein, ob es in so einem Fall korrekt ist, die Tiere zu behalten. Menschlich gesehen verstehe ich die Entscheidung. Ich hätte die kleinen Biester trotz Schutzstatus nicht rausgeworfen, sondern bis April behalten und dann an geeigneter Stelle (wäre in diesem Fall zweifelsohne der eigene Garten) freigelassen. Der fragende User hat das vermutlich (sofern sie bis dahin überhaupt überlebt haben) ganz ähnlich gemacht. Berichtet hat er darüber nicht mehr, da er seit seinem letzten Beitrag (11.02.19) nicht mehr da war, wird er das auch nicht mehr tun.


    Übrigens, eine Meldung an NABU und Bund wurde vom Finder abgegeben, über den Schutzstatus war er also informiert.



    Abgesehen davon denke ich, dass die Meisten hier wissen, wie man Wikipedia bedient.


    -Kraehe

    "Also mal so nebenbei gesagt, du kannst mich ned beleidigen, dazu hast du deinen Handwerker Hintern bischen zu weit unten."

    ~Czecky, per PN am 27.06.2020

  • Wenn man schlafende Hunde nicht weckt, passiert auch nichts. Gesetzlich wurde auch schon immer heißer gekocht als gegessen in solchen Fällen, dann stellt sich die Frage, wenn dieser User alles schon wußte, wie er handeln muß, warum dann ins Netz stellen? Mein Institut hat eine Abteilung mit drei Mann, die nach Verstößen gegen das Artenschutzgesetz, auf Plattformen, Foren und Börsen suchen.

    Eine beabsichtigte Haltung, habe ich nicht unterstellt, soviel ich weiß keiner dieser Antworten im ganzen.

    Mantis Religiosa besitzen wie alle Insektenarten Wärmerezeptoren, also, das rauswerfen wie du so schön sagst, ist schon immer so, das der stärkere Überlebt,im Garten, Haus sind immer Wärmenischen, sei es durch verrotendes Biomaterial, Rolladenkästen oder Kaminnischen.

    Siehe Marienkäfer die in den Falzen von Türen und Fenster überwintern.

    Da bei Insekten die Anpassung an veränderten Klima schneller von statten geht als bei Säugetieren, liegt wohl auf Hand. Ausnahmen bestätigen die Regel bei ausgesetzten Schmuckschildkröten.

  • Moin...

    wenn dieser User alles schon wußte, wie er handeln muß


    Das hat doch gar keiner gesagt? :/


    So als Gegenbeispiel: Nur weil ich weiß, dass das Pangolin auf der roten Liste Kat.1 steht, wüsste ich noch lange nicht, wie ich mit dem Tier umgehen bzw. wie ich handeln müsste, wenn mitten im Winter plötzlich eins (oder mehrere) bei mir im Keller sitzt. Ich wüsste höchstens dass es ihm draußen zu kalt wäre (und, dass der nächstgelegene Zoo nicht in der Lage wäre, es unvorbereitet aufzunehmen).


    Wenn Du nur quergelesen hast, das hab ich gesagt:

    "Übrigens, eine Meldung an NABU und Bund wurde vom Finder abgegeben, über den Schutzstatus war er also informiert."

    Bitte, gerne.

    Mantis Religiosa besitzen wie alle Insektenarten Wärmerezeptoren, also, das rauswerfen wie du so schön sagst, ist schon immer so, das der stärkere Überlebt,im Garten, Haus sind immer Wärmenischen, sei es durch verrotendes Biomaterial, Rolladenkästen oder Kaminnischen.

    [...]

    Da bei Insekten die Anpassung an veränderten Klima schneller von statten geht als bei Säugetieren, liegt wohl auf Hand.


    Joa, deswegen isses sicher sinnvoll, die Viecher mitten im Winter rauszusetzen.


    Das mag für Tiere zutreffen die bewusst in Winterruhe gehen, also u.A. Gelege und Ootheken, oder eben adulte oder semiadulte Tiere, die darauf ausgelegt sind den Winter zu überdauern. Die würden dementsprechende Falzen oder Spalten aber auch abseits von Häusern finden.

    Aber das kann man nicht auf frisch geschlüpfte Insekten anwenden, die nebst Wärme erst einmal darauf angewiesen sind, auch Nahrung aufzunehmen, die's im Februar draußen halt einfach nicht gibt.

    Ganz abgesehen davon, dass aller Anpassung zum Trotz, winterliche Minusgrade für Gottesanbeterinnen einfach ungeeignet sind.


    Letzteres müsste ich Dir, glaube ich, aber gar nicht mehr sagen.


    Dass junge Gottesanbeterinnen trotz Futter, aber ohne ausreichende Wärmezufuhr sterben hast Du ja eh schon selber festgestellt, oder nicht? :roll:


    -Kraehe


    PS: Wenn Du näher über sowas diskutieren willst, ist es eigentlich immer erwünscht und willkommen, wenn dann ein eigenes Thema eröffnet wird, anstatt eine Antwort auf ein veraltetes Thema zu verfassen, die im Prinzip nur aus Verlinkungen zur Wikipedia besteht.

    Ich versteh die Intention, dass Du nur einen bleibenden Hinweis setzen wolltest, aber das liest sich fast so, als würdest Du den Leuten absprechen, mit ihrem Smartphone was googlen zu können.

    Heutzutags weiß sicher jeder, wie man Google und die Wiki bedient (Sprachsteuerung macht's nochmal einfacher), und würde diese Infos bei Interesse selbst finden. Andererseits ist's den Meisten, die unverhofft solche Tiere im Keller haben, sicher erstmal Schnuppe was eine biologische Ordnung ist oder ob es sich um Fangschrecken oder Netzflügler handelt.

    Wenn Sie's bis hierher geschafft haben, haben sie ja immerhin schonmal festgestellt, dass es eine Gottesanbeterin ist.

    Und wenn sie's doch noch genauer wissen wollen... können sie ja immer noch googlen :pardon:

    "Also mal so nebenbei gesagt, du kannst mich ned beleidigen, dazu hast du deinen Handwerker Hintern bischen zu weit unten."

    ~Czecky, per PN am 27.06.2020

  • Eigentlich ist es sinnlos mit dir darüber zu diskutieren. Du meinst also echt, nur jung geschlüpfte Religiosas tummeln sich in Wärme Nischen, Keller und der Rest unserer Heimischen Insektenwelt fällt in tiefen Winterschlaf, abgesehen vom Kannibalismus. Du hast wahrscheinlich noch nie im Winter Haus und Garten durchforstet. Wenn auch nur zwei oder drei die letzten sehr milden Winter überleben von zweihundert, dann ist dies schon ein Gewinn. Besonders in bekannten Gebieten wo die Religiosa sehr häufig gesichtet und Dokumentiert ist, dazu gehört mal der Süden von Bayern nicht. Dann versteh ich deinen Wikipedia, Google Hinweis desöfteren mal nicht so ganz, was du mir damit sagen willst. Ich forsche schon seit 25 Jahren die Insekten in aller Welt. Nachdem du ja schon nach einer Löschung hier gepostest hast nehm ich mal grob an, du hast es dir zur Aufgabe gemacht, mit deinem Terrianer Wissen hier in zynischer Weise die Leute versteckt maszuregeln oder auszuziehen.

    Genauer gesagt hast du meinen kopierten Text nicht ganz so verstanden. Wenn du meinst, man darf solch Tierchen nicht aussetzen, weil es zu kalt ist, erklär ich dir mal wie das so läuft. Angenommen, du findest einen verletzten Mäusebussard mit gebrochenen Flügel und nimmst ihn mit nach Hause,machst du dich Strafbar!

    Wenn du einen Falkner anrufst oder die Naturschutzbehörde, sagen die dir Klipp und klar, dahin zurück bringen wo du ihn her hast, die Natur oder Krähen regeln das von selbst. Ob du das verstehst oder nicht, das darfst du jetzt beruhigt googeln oder selbst anrufen und dich darüber erkundigen.

    Dein Beispiel Zoo, jeder Zoo ist in der Lage, nur, sie dürfen das nicht.

    Soviel zu deinem Google oder Wiki Wissen, mir dünkt, du hast nen geschickten Schreibstil, du stellst dich allwissend als Oberlehrer hin und weißt wahrscheinlich selbst nur von Google und Co, Google hilft uns hier in unserem Institut ned weiter, wobei in Wikipedia das ja jeder selbst verfassen kann, siehe Beitragsersteller in Wiki, das sich mit so mancher Wissenschafts Literatur nicht deckt.

    Zu guter letzt, wenn mein Beitrag schon in einem alten Artikel gesetzt wurde, biste ja schließlich heftig drauf gesprungen.

    Und wenn du meinen Post von Sonntag 15:30 nochmal überfliegst, so wirst du feststellen, das zu diesen Thema, ausser den Gesetzbestimmungen unten was dran gehängt ist als Aufforderung, das sicher nicht in Wiki steht und fast keiner weiß, weil dies keiner macht, dann allwissend zu schreiben, jedes Forumsmitglied weiß das schon, diese Hompage wird ja nicht nur von den Mitgliedern besucht, sondern auch von Einsteigern, andere Menschen denen Google diese Seite eben als Wahrscheinlichkeits Treffern vorschlägt. Es gehen im Jahr vielleicht zwei Meldungen rein, ausser 2018 wo man im Steigerwald nähe Ebrach ein dreijähriges Phanter Camäleon gefunden hat. Bleibt nur die Frage, wegs diesem Gesetzestext ein neues Thema aufmachen? Wo doch eigentlich zu diesem Thema passend ist, habe Mantis Regiola in meinen Garten gefunden was soll ich tun?

    Für mich ist das Thema nun erledigt.

    Trink ein Bierchen in Ruhe und denk daran, du kennst mich nicht persönlich, ich dich auch nicht,also handle in Zukunft mit Wertschätzung jedes einzelnen und schlag ned gleich mit der unsichtbaren Keule.