Hierodula Membranacea Fehlhäutung

  • Hallöchen :)

    Ich bin noch neuling in der Mantidenhaltung (ist meine aller erste Gottesanbeterin) die letzten Tage war ich etwas verwirrte warum meine Hierodula so blass aussieht und mit dem Abdomen pulsiert. Nach ein wenig nachlesen kam für mich nur die Häutung in frage und siehe da, mein Hannibal hat sich wohl heute Nacht gehäutet und ist nun Adult.
    Leider hat er sich wohl einen schlechten Platz ausgesucht,oder ist während der Häutung unglücklich abgestürzt da er nun ein wenig krum ist ;( (seine Pelle liegt auch zwischen einem Efeuzweig genau so wie seine Krümmung ist)


    1.) Meint ihr, das ihn das beim fangen von Fliegen behindern wird?


    2.) Aktuell ist er auch noch ganz weich und ein wenig kraftlos beim festhalten (musste ihn schon 2x aufsammeln weil er abgestürzt ist) ich hoffe das gibt sich wenn er etwas ausgehärtet ist.


    3.) Seine Bein-koordination war auch etwas holperig, ich hoffe das liegt nur daran das alles noch so frisch ist :-| ?


    Zum Terra kann ich sagen, Größe 60x60x40 und Temperatur/Luftfeuchtigkeit stimmen ( 22-26Grad / 54-70%) Einrichtungstechnisch ist es nicht zu voll :hmm:


    Über eine hilfreiche Meinung freue ich mich
    :)


    hab euch ein Bild von der Situation gemacht

  • schaut schon sehr verdreht aus. Das Schwächelnde ist aber schon nicht so bolle ...


    Die Temperaturen mit maximal 26 C als stimmend zu bezeichnen ist jedoch gut übertrieben. Da fängt es erst richtig an. Leider gibt es immer wieder auch Haltungsberichte die einem suggerieren dass das für eine tropische Art passend ist ... passender wäre es als sie überleben es zu bezeichnen. Die Frage ist nur ob solch niedrige Werte auf Dauer auch zu Degenerationen eines Stammes führen können

  • Ich mische mich mal zur Sache mit der Degeneration ein 😅

    Ich weiß nicht was ihr mit eurer Degeneration habt 😅

    Evolution läuft nach dem Motto: Survival of the Fittest. Also wenn ein Insekt in einem vielleicht nicht ganz passenden Klima aufwächst stirbt es entweder oder es lebt weiter. Wenns stibt waren die Bedingungen zu unpassend oder das Tier zu wenig angepasst. Sollte es überleben ist das gut, da entweder die Bedingungen nicht so katastrophal waren oder sie einen genetischen Vorteil hatte, die sie an ihre Nachkommen weitergeben kann. Und grade bei Insekten können solche Anpassungen/Mutationen unglaublich schnell passieren. Bestes Beispiel sind flugunfähige Fliegen. Lässt man die sich unkontrolliert vermehren hat man nach wenigen Generationen wieder einen haufen flugfähiger Fliegen, weil fliegen erfolgreich ist im Gegensatz zum Krabbeln (zumindest bei Fliegen).

    Dann was eventuell noch für eine mögliche Degeneration sprechen würde: ständiges Verpaaren von nahen Verwandten, sprich Inzest.

    Während Inzest bei Menschen und Säugetieren ein großes Problem sein kann, betreiben viele Insekten dies regelmäßig und es führt auch nicht zu solchen Problemen wie bei Säugetieren (vielleicht außer wenn man Bruder mit Schwester paart).

    Also vielleicht noch mal überlegen bevor man von der Degeneration von Stämmen spricht.

  • provokante Worte kannst du dir hier sparen. Meine Wortwahl lässt auf eine Theorie bzw. derzeitige Überzeugung schließen und bisher auf nichts mehr.


    Eine Anpassung binnen weniger Generationen können auch nicht übergreifend alle Insekten. Das ist nicht nur ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen sondern geht schon in die Richtung von Eiern mit Birnen ...


    Zu der Ansicht, dann geht es halt hopps hoffe ich, dass das deine allgemeine Ansicht zum Ablauf in der Natur ist und nicht nicht auch deine im Hobby. Mit Tierhaltung hat sowas nichts mehr zu tun.


    Was du so treffend bei den Drosos aufgeführt hast ist auch eine Degeneration des Flugapparates welcher rezessiv durch Auslese erreicht wird. Das Fluggen ist in den meisten Fällen aber wiederum dominant was wieder fliegende Drosos ergibt. Hier aber die Frage, weißt du ob selbst die Fliegenden aus solchen Stämmen nicht irgendwelche Einschränkungen mit sich genommen haben ? Das Verkümmern des Flugapparates ist ja immer rezessiv in ihren Genen ab diesem Zeitpunkt.


    Eine Anpassung von tropischen Mantiden an Bedingungen wie wir sie uns für sie vorstellen ist nicht bei allem Möglich. Peter zog seine Majus über zig Generationen immer kühler, aber setzte mal den Ausfall dagegen. Nur bei ihm hatte das einen wissenschaftlichen Hintergrund. Was für eine Ausrede soll es im Hobby dafür geben ? Angepasste Art an die steigenden Strompreise ?


    Inzucht ist auch wieder ein ganz anderes Thema und eine Theorie welche mit mehreren Gattungen bei verschiedenen Leuten bereits widerlegt wurde. Klar ob es übergreifend auf alle Gattungen auch gilt sei dahingestellt, aber erstmal nebensächlich.


    Was jedoch risikoreich in Sachen dieser verdrehten "Blutsauffrischung" ist, ist das Kreuzen verschiedener Stämme mit abweichenden Habitatsbedingungen, aber auch verschiedener Haltung. Hier gibt es zig Beispiele für danach kippelnder Zuchtstämme.

    Das Resultat ist bereits möglich, wenn einer der gekreuzten Stämme kühler gehalten wird wie der Andere. Oftmals lässt sich so ein Kippeln nicht mehr "rauszüchten" und ein ehemals Top Stamm ist erloschen. Marco kann hier sicher auch ein Lied von singen.


    Um was es mir jedoch grundlegend bei den obig genannten Temperaturen geht wird offensichtlich jedoch verkannt. Eine Art kühler zu halten als sie in Natura vorkommt müsste sich schon selbst erklärend sein. "Evolution" hin oder her, wenn sie es könnten gäbe es sie auch an solchen Orten ...

  • Ich mische mich mal zur Sache mit der Degeneration ein 😅

    Ich weiß nicht was ihr mit eurer Degeneration habt 😅

    Evolution läuft nach dem Motto: Survival of the Fittest. Also wenn ein Insekt in einem vielleicht nicht ganz passenden Klima aufwächst stirbt es entweder oder es lebt weiter.

    Nur das es hier eben nicht das Klima ist, wo das Insekt natürlich leben würde. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Das hat nichts mit Evolution zu tun, das wäre es nur, wenn das Tier hier auch generell heimisch wäre und eben überleben oder nicht. Das Tier kommt aber nicht aus diesen Regionen, weshalb es sich an gar nichts anpassen muss, wenn du als Halter dich dazu entscheidest es zu halten. DU bist für das artgerechte Wohl des Tieres zuständig.

    Es ist in meinen Augen schlicht und ergreifend unnötig ein Tier kälter zu halten, wenn es wärmere Temparturen braucht.

    Grüße von Noa und Creobroter gemmatus Bloodrain und Hierodula membranacea Ronnie

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    In Gedenken an:

    Hierodula membranacea Khaleesi

    Hierodula membranacea Ramsay

    Creobroter gemmatus Nymeria

    Polyspilota cf. aeruginosa Grauwind

    Hierodula membranacea Hodor

    Chloroharpax modesta Sommer

    Hierodula membranacea Ronnie

    Creobroter gemmatus Blood Rain

  • Nabend,


    Andurias, du verwechselst Evolution mit Vererbung.

    Es gibt Merkmale, die sich dominant und andere rezessiv vererben. Das passiert dann auch bei der Vermehrung der Drodophila. Es ist ein fliegendes Tier dabei (Vererbung dominant) und in der darauffolgenden Generation sind sämtliche Nachkommen Flieger.

    Evolution passiert langsammer. Und eine Anpassung an den Lebensraum, wenn sie denn überhaupt stattfindet(!), sehr langsam. Sonst hätten wir ja auch keine Arten die aussterben, die müssten sich ja nur an die neuen Gegebenheiten gewöhnen.


    Du hast natürlich mit einer Sache recht... die Tiere die mit den Gegebenheiten nicht klar kommen, die sterben. Deswegen klappt es bei den Meisten dann auch nicht mit der Zucht (über mehrere Generationen) und dann wird die Schuld bei Inzucht oder sonstigem Humbug gesucht. Das sind halt die Leute, die die Grundlagen nicht verstanden haben ;)


    Degeneration mag der falsche Begriff sein. Es gibt aber durchaus Probleme, die erst in der nächsten oder übernächsten Generation auftreten, wenn etwas bei der vorherigen nicht gestimmt hat und der Fehler nicht korrigiert wurde. Ein oder zwei Genertionen halten viele Arten unter suboptimalen Bedingungen aus. Danach klappt dann nix mehr und es werden Ausreden gesucht. Hat ja davor angeblich funktioniert, also kann es ja nicht an den grenzwertigen Haltungsbedingungen gelegen haben.


    Eine ewige Diskussion, die man immer wieder mit Anfängern oder Leuten führt, die einmal nachgezüchtet haben und sich für zu voll nehmen. Diejenigen, die auch anspruchsvollere Arten, über viele Generationen gezüchtet haben, lächeln da schon nur noch milde und denken sich ihren Teil. :vain:


    Wer lernen möchte, der tut's, bei allen anderen kommt man eh nicht weiter.


    Das war's dazu auch an der Stelle von mir.


    Beste Grüße,

    Regina

    "Jetzt koch ich Mama"

    Satzzeichen können Leben retten

  • Es mag für das Thema Inzucht gelten Regina, wobei ich da auch wie obig geschrieben wage zu behaupten das nicht alles Gold ist was glänzt, aber das Stämme durch das einkreuzen anderer Stämme instabil werden ist nicht von der Hand zu weisen. Dem Reinstammzüchter mit genug Zuchttieren und dem Wissen um deren Haltungsbedingungen betrifft dies nicht, solange nicht aus anderen Quellen Tiere aus sonstigen Gründen benötigt werden.


    Nur selbst Reinstämme kippeln auch mal mehr mal weniger ob nun die Tiere selbst oder deren Schlupfraten ist dabei nebensächlich. Auch solche Stämme gehen mit der Zeit verloren und es werden Begründungen wie schlechter Stamm oder Ähnliches aufgerufen.


    Ich finde schon das eine Art Degenration mit den Tieren stattfindet welche unter für die Art/Stamm abweichenden Bedingungen gehalten werden. Bis in einen gewissen Grad muss dies noch keine Auswirkungen haben, aber irgendwann ist der Punkt womöglich auch überschritten. Sie überleben es, aber es hat Auswirkungen auf die folgenden Generationen. Je nach Herkunft benötigen die Tiere vielleicht auch sehr spezielle Bedingungen bei deren Ausbleiben eine Instabilität einsetzt. Wenn jetzt eben solche Tiere mit anderen selbst aus dem selben Stamm aber einer anderen Linie gekreuzt werden kann es diese auch in mitleidenschaft ziehen.

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  • Nabend,


    es ist immer die Frage, was man unter "Degeneration" versteht. Ich habe dir da nicht wiedersprochen, nur finde ich den Begriff nicht so passend. Da kann man sich dann vorstellen, dass die Tiere mit fehlenden Gliedmaßen "geboren" werden oder sonstige Auffälligkeiten an den Tag legen.
    Dabei ist es eben eher so, dass sie nicht so fit sind.


    Ich glaube im Grunde meinen wir das selbe, haben nur andere Begrifflichkeiten dafür. Kurz gesagt: haltet eure Tiere bei den artentsprechenden Haltungsparametern und es klappt in den meisten Fällen über viele Generationen. Wenn man meint die Tiere passen sich schon den Umgebungsbedingungen an... geht der Zuchtstamm früher oder später ein.


    Grüße,

    Regina

    "Jetzt koch ich Mama"

    Satzzeichen können Leben retten