Keine Fliegen mehr, was jetzt?

  • Hallo! Ich habe jetzt seit 2 Tagen eine L4 indische Riesengottesanbeterin und habe mit ihr eine Dose Maden/Puppen/Goldfliegen bekommen. Die 2 schon geschlüpften Fliegen hat sie bekommen, mehr hab ich im Moment aber nicht. Falls die in ein paar Tagen nicht schlüpfen hält sie das auch länger ohne Futter aus? Oder kann im im Moment andere Futtertiere in ähnlicher Größe holen? Danke euch!:)


    lg

  • Hi,

    Das Problem mit den Fliegen kenne ich.Ich hatte zwar noch nie eine Hierodula aber mein gongylus gongylodes Männchen hält im schlimmsten Fall auch mal ne Woche ohne Fliegen aus.

    Also glaub ich musst du dir noch keine Sorgen machen.

    LG Ferdi

  • Ein gewisser Vorrat an Futtertieren gegebenenfalls sogar eine Zucht wäre nicht verkehrt. Eine Dose schlüpft oft ebenso im Verbund wie sie sich verpuppt hat. Da das Verpuppen und die Metamorphose auch Zeit in Anspruch nimmt ist der nächste Futterengpass vorprogrammiert, wenn du jetzt nicht schon für Nachschub sorgst. Oder du schwenkst auf andere Futtertiere um. Abwechslung ist eh nicht verkehrt 😉


    Gibt es einen Zooladen oder andere Halter in deiner Nähe ?

  • Ein gewisser Vorrat an Futtertieren gegebenenfalls sogar eine Zucht wäre nicht verkehrt. Eine Dose schlüpft oft ebenso im Verbund wie sie sich verpuppt hat. Da das Verpuppen und die Metamorphose auch Zeit in Anspruch nimmt ist der nächste Futterengpass vorprogrammiert, wenn du jetzt nicht schon für Nachschub sorgst. Oder du schwenkst auf andere Futtertiere um. Abwechslung ist eh nicht verkehrt 😉


    Gibt es einen Zooladen oder andere Halter in deiner Nähe ?

    Ja du hattest recht, sind fast alle aus einer Box in der Nacht geschlüpft und habe jetzt um die 15 die ich auf meine mittlerweile 3 Mantiden verfüttern kann :)

  • Guten Abend,

    ich würde auch zu einer Futtertierzucht raten. Generell eine Empfehlung an jeden Mantidenhalter! Es reicht ein heißer Sommer, dann bekommen manchmal die Zooläden keine Futtertiere mehr, weil die alle beim Züchter oder auf dem Transport umgekippt sind. Dann steht man da und guter Rat ist teuer.

    Als einfache Notfallzucht würde ich immer Ofenfischchen empfehlen. Man hat Futtertiere in unterschiedlichen Größen für alle Larvenstadien und die allermeisten Arten fressen sie. In der größten Not frisst auch eine adulte Hierodula große Ofenfischchen. Die Zucht ist vergleichsweiße einfach und das Pestpotenzial, wenn man etwas aufpasst, recht gering.

    Alternativ Schaben. Das ist nicht jedermans Sache. Aber da sind Bananenschaben meine erste Wahl, weil geringes Pestpotenzial.


    Am Ende muss jeder für sich entscheiden.


    Grüße,

    Regina

    "Jetzt koch ich Mama"

    Satzzeichen können Leben retten

  • Sonst würde ich dir auch Empfehlen Heuschrecken zu verfüttern. ;)

    Menschenskinder, hatte bereits die öffentliche Diskussion, ob die kleineren Grashüpfer im Garten nebst unbehandelter Streuobstwiese, geeignet wären...

    Wie zu erwarten, spaltete sich die Gruppe der Antwortenden. Entschied als Neuling zunächst auf Nummer sicher zu gehen, und mich derzeit an die Balkon-& Stubenfliegen zu halten. Klappt auch super, werden aber gerade weniger..

    Dafür umso mehr Hüpfer nach dem Mähen, haben sich in den Garten verlagert, und man kann kaum einen Schritt tun ohne.. Erst wollte ich nicht, weil man von Schadstoffbelastung über die Nahrungsaufnahme debattierte: Aber selbst packen se's ja auch!

    Wie sieht es mit dem Übertragen von Parasiten auf meine Hierodula aus?

    Bei Heimchen soll es so sein. Jemand 'nen Einfall dazu?

    ✌🏽💚😎*N*

  • Hallo NiSuFu,

    kommt vermutlich auf die Parasiten an 😉

    Nebenbei gucke doch nach was du da fängst. Zum einen ist es interessant, zum anderen verfütterst du nicht aus Versehen irgendwas, das unter Naturschutz steht.

    Und ja, ein Risiko bleibt immer, wenn du nicht weißt was dein Futter für Futter hatte...


    Ich persönlich würde kein Wiesenplankton verfüttern. Gut, ich kann bei Fliegen auch nicht immer unterscheiden sind das "meine" oder kamen die von draußen rein, wenn ich eine im Raum erledige.

    Aber ich mag schon Heuschrecken zu gern, um welche von draußen zu verfüttern. Und ich mag auch meine Mantiden zu gern, um ihnen potenziell gefährliches Futter zu geben.

    Und das sage ich obwohl ich Steppengrillen züchte und verfüttere. Damit überbrücke ich fliegenarme Phasen.


    Liebe Grüße,

    O.

  • Ja Othopi,

    bei vielfältigen Ratschlaegen/ Erfahrungsberichten bleibt es in der Eigenverantwortung zu filtern, was zu einem passt, oder eben kurz-, mittel- oder langfristig zum Erfolg führt.

    Entwickle bereits ein Gefühl, das dem Sättigungsgrad der Hierodulas entspricht.

    Ab Herbst geht es sowieso in Sachen Schabenzucht weiter, dachte ich ueberbruecke mit saisonaler Mischkost.

    Bin ja keine Mantidenzüchterin, werde keine gefährdeten Arten an Fluginsekten zum Verfüttern raeubern (sondern vorwiegend Brachycera, und seltener Chorthippus parallelus/ dorsatus) im nahen Umfeld, und hätte mir keine Carnivoren zugelegt, wenn ich das mit den Futtertieren generell nicht ertrage.

    Ein Restrisiko ist mir bewusst, und ja, diverse Bandwuermer machen mir Sorgen.. Bin noch nicht ganz durch im Entscheidungsprozess.

    ✌🏽

  • Moin...


    Nur so als allgemeiner Einwurf:

    Hier sind kaum Biologen und/oder Entomologen anwesend. Nachdem die Meisten von uns sicher auch nicht ausm Kopf wissen wie eine Schmeißfliege "in Schlau" heisst, ists auch ausreichend wenn Du halt "Fliegen" hinschreibst - "Brachycera" müssen die Meisten vermutlich erstmal googlen um adäquat reagieren zu können, und die Frage ist dann, wer das tut.


    Wenn Du Chorthippus parallelus (wobei das aktuell Pseudochorthippus parallelus sein müsste) "gemeiner Grashüpfer" - von Pseudochorthippus montanus "Sumpfgrashüpfer" unterscheiden kannst, was Du offenbar können musst wenn Du gezielt die nicht auf der roten Liste vorgemerkte Art verfüttern möchtest, hast aber meinen höchsten Respekt ;)

    mWn sind die morphologisch so ähnlich dass man sie nur am Genital unterscheiden kann. ;P


    Btw auch Honigbienen sind wunderbares Mantidenfutter.


    -Kraehe

  • "Wenn Du Chorthippus parallelus (wobei das aktuell Pseudochorthippus parallelus sein müsste) "gemeiner Grashüpfer" - von Pseudochorthippus montanus "Sumpfgrashüpfer" unterscheiden kannst, was Du offenbar können musst wenn Du gezielt die nicht auf der roten Liste vorgemerkte Art verfüttern möchtest, hast aber meinen höchsten Respekt ;)

    mWn sind die morphologisch so ähnlich dass man sie nur am Genital unterscheiden kann. ;P


    Btw auch Honigbienen sind wunderbares Mantidenfutter."

    Okeee, man fuchst sich so durch 😉, bin halt eher der neugierige Typ 🦊💚! Macht aber bestimmt nicht Jedem Spaß.

    Da es hier an Sumpf mangelt, dachte ich, rein topografisch müsste es sich bei den Garten"wild"faengen um den Gemeinen Grashüpfer handeln 🤷🏽‍♀️... Von unten/hinten bzw dorsal mit der Lupe, herrje, soweit kam ich dann doch noch nicht, 🙃 kann dir aber gern Bescheid geben... 🤣

    Weniger riskant aufgrund der Ernaehrungsweise/Nahrungsquelle zuvor sind evtl echt die Bienen, aber für die zarten L5er noch 'ne Nummer zu mächtig, oder?! Wie is' ses diesbezüglich mit der Abwehr der Beute... Stichgefahr?! 🙄

  • Nur weil der Sumpf nicht zu sehen ist, heißt dummerweise nicht, dass er nicht mal da war 😬🙈

    Also zumindest hier wo ich wohne ist zwar schon ewig kein Sumpf mehr, aber früher war es Sumpf und manchmal überleben Tiere auch da, wo es nicht so offensichtlich passt.


    Und das was so so an Grashüpfern herumhüpft, ist oft alles mögliche und nicht einfach nur ein Grashüpfer. Die Orthopterologie ist schon echt faszinierend. Ich hatte letzten Sommer meinen Narren dran gefressen und lief mit meinen Bestimmungsbuch durch die Gegend... Es ist nicht so einfach. Und es gibt Seiten, wo Finde gemeldet werden können, das hilft schon und trotzdem findet sich manchmal was, dass da noch nicht vermerkt wurde.


    Wegen deiner Bienen-Frage kann ich nichts sagen. Ich würde keine verfüttern. Ich kann nicht unterscheiden, was für ne Biene ich da hab, ich mag kein Risiko für mein Tier eingehen und ich habe zur Not einfach meine Grillen, wenn Fliegen Mangelware werden. Die züchte ich im Grunde u.a. genau dafür 🙈


    Liebe Grüße,

    O.

  • Moin..


    Die Sumpfis und normalen Grashüpfer teilen sich das Habitat teilweise. Keine Ahnung wie's bei euch aussieht ;) bei entsprechender Bestandsdichte machts aber eh keinen echten Unterschied ob da nun 50 oder 45 Grashüpfer pro m² rumspringen.

    Bestimmungen am Genital klappen bei Insekten btw erst am toten Tier.


    Fliegen sind eh gutes Futter, Honigbienen für L5, kommt wohl auf die Art an. Ist alles ein wenig Gefühlssache. Wenn dir Bienen zu groß erscheinen (oder die Mantiden zu klein) lass es lieber noch.


    Othopi - Honigbienen sind, abgesehen von Hummeln, so ziemlich die einzigen, fluffigen, gelb-schwarzen Bienen die's bei uns gibt. Die meisten Wildbienen würde man als unbedarfter Bürger gar nicht als "Biene" erkennen, die sind meistens eher unifarben schwarz.


    Honigbienen sind bei uns rum auch die einzigen Bienen die so riesige Völker machen: Wenn Du auf Ausschau bist und irgendwo 'ne Blühhecke siehst die vor lauter Bienen fast wegfliegt: Das sind Honigbienen (Apis mellifera). Da brauchst dann mMn auch gar kein schlechtes Gewissen haben wennst ne Dose voll mit heim nimmst. ;)


    -Kraehe

  • "... früher war es Sumpf und manchmal überleben Tiere auch da, wo es nicht so offensichtlich passt... Die Orthopterologie ist schon echt faszinierend."

    Hallo O.,

    sehr interessanter Querverweis, dem ich nachgehen werde: Eine tendenziell feuchtere Senke als auf den Huegelkaemmen oben iss'es nämlich schon. 🤔💚✌🏽

    Servus *N*

  • Servus Kraehe ☺️

    1)

    Direkt vor Ort macht's definitiv keinen merklichen Unterschied, wie gesagt, man kann kaum einen Fuss vor den anderen setzen, ohne... Gewissenstechnisch: Da haben die Mantiden mehr davon 🙄!

    2)

    Die Borretschpflanzen im Landschildigehege bilden mit den Honigbienenstaemmen des benachbarten Imkers so 'ne summende Blütenwolke:

    Da geht was, und ich greife für meine beiden Hierodula sp. Papua dann nicht mehr ab als der schneisenfliegende Specht, der sich parallel bedient 😜! Und der Nachbar ist bald 100m Luftlinie weit weg, völlig eingewuchert, und schaut mir nicht auf die Finger ✌🏽.

    Gestern Abend ist meine ♀️MANDIBULA in L6 übergegangen, wenn sie darin stabil ist, würde ich es im Groessenverhaeltnis machen.


    3) Apis mellifera: MERCI 🤩💚☺️

    *N*

  • Moin..


    Wie gesagt, je nach Besatzdichte machts eh keinen echten Unterschied. Zumal, nur indem man eine Hand voll Heuschrecken einsammelt macht man sicher nicht so viel Schaden, wie die Mähroboter die in jedem dritten Garten ihre Runden ziehen - die fragen nicht sondern zerhäckseln einfach alles, was nicht schnell genug beiseite rennt.

    Fühl Dich also von nix abgehalten, ich wollt Dich nur ein wenig aufziehen. ;)


    Was den Schaden an kultivierten Bienenvölkern angeht ist der wohl sehr überschaubar. Dadurch dass die Tiere gefüttert werden, durchgängig eine trockene und warme Unterkunft haben etc, sind die paar Arbeiterinnen die man für seine Mantiden einsammelt ruckzuck ersetzt - dass die fehlen fällt weder dem Volk noch dem Imker auf.

    (Dem Specht btw guten Appetit und eine gute Brutsaison fürs nächste Jahr <3 )



    Was ich bei der letzten Antwort vergaß:

    Gottesanbeterinnen wissen, wie sie mit wehrhaftem Futter umgehen müssen. Auch wenn sie im Leben noch keine Biene gesehen haben, sind sie idR in der Lage, das schmerzhafte Ende von sich wegzudrehen um nicht gestochen zu werden.

    Der Größe des Tiers angepasst sind übrigens auch Spinnen sehr gutes Futter - da gilt dasselbe.

    Wenn dein Tier also nicht unbedingt der trotteligste Fänger der Welt ist, wär ich da nicht besorgt.


    Wobei Spinnen wie auch Bienen (oder generell "wehrhaftes Futter") nur unter Aufsicht verfüttert werden sollten - mindestens den Fangschlag abwarten, sobald das Tier frisst passt schon alles. Sollte die Biene/Spinne nicht gefangen werden, bitte unbedingt wieder aus dem Becken entfernen, das kann sonst auch schief gehen.


    -Kraehe

  • 1) Solche menschgemachten Mistviecher gibt's hier im Umkreis zum Glück nicht: Am Hang die Sense, die Bauernwiese einmal im Jahr, im Garten wird meines Erachte maschinell noch zu oft gemäht, aber manch älterer Mitbewohnergeneration iss'es nimmer abzugewoehnen 🤷🏽‍♀️😉💚.


    2) Ehrensache, ich bleibe dabei & bin wachsam 🐝! Sehr wissenserweiternd, hoffe da können auch andere neuere Mitleser viel gewinnen ☺️.

    Die Kreuzspinnen (Araneus) allerdings helfen mir beim Mueckenfang in den Fenstern, da kann ich keine entbehren, obwohl ich sie eher dulde als mag.


    MERCI 💚 (SCHONWIEDER WAS GELERNT)!

  • Hast du eine App, die auch draußen flächendeckend funktioniert, oder dockst du bei NABU an, die haben etwas wenig Spielraum... 😍

    Ich hab die Heuschrecken App und ich hatte nen E-Mail-Kontak. Ich weiß gerade nicht mehr, von was das war, aber sicher nicht vom NABU.

    Das war meine ich ein Heuschreckenprojekt von ner Uni oder so 🙈

    Dieses Jahr bin ich zu sehr mit den Mantiden beschäftigt, dass mir die Zeit für die Hüpfer draußen etwas fehlt 😬


    Liebe Grüße,

    O.